Ein von dem aus Wien stammenden Biotech-Unternehmen Valneva entwickeltes Vakzin gegen die (Lyme-)Borreliose wird mit dem US-Pharmakonzern Pfizer in eine Phase-III-Studie zu Wirksamkeit und Verträglichkeit gebracht. An der Untersuchung sollen rund 6.000 Probanden (inklusive Placebo-Gruppe) über fünf Jahre in sechs Staaten teilnehmen, wie am Montagabend mitgeteilt wurde.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um VLA15, eine Borreliose-Akzine, die von Valneva entwickelt worden ist. Pfizer stieg in die klinischen Studien ein. Das Projekt lief bei Valneva seit Jahren - zuletzt auch im Hintergrund der Aktivitäten zur Entwicklung eines mittlerweile für Personen zwischen 17 und 50 Jahren in der EU zugelassenen Covid-19-Impfstoffes auf der Basis inaktivierter Sars-CoV-2-Erreger. Die Bestrebungen zum Entwickeln von Borreliose-Impfstoffen als häufigste durch Zecken übertragbaren Erkrankung sind alt. Gegen die von infizierten Zecken übertragene virale FSME konnte eine fast hundertprozentig wirksame Vakzine entwickelt werden. Bei der Borreliose als bakterielle Infektion gestaltete sich das wesentlich schwieriger.

Der Markt ist groß

Seit dem Frühjahr dieses Jahres waren von Valneva gute Ergebnisse aus einer Phase-II-Studie veröffentlicht worden. Darauf baut nun die neue Wirksamkeitsstudie auf.

Der Markt für effektive Vakzine ist groß: Alleine in Europa geht man von jährlich rund 130.000 Erkrankten aus. In den USA sind es rund 476.000 Fälle. Dort gab es auch schon einen Impfstoff (LYMERix(r)), der allerdings 2002 wieder vom Markt genommen worden war.