Der Wissenschaftsfonds FWF hat zwei neue Spezialforschungsbereiche (SFB), vier fächerübergreifende Forschungsgruppen und 64 neue Doktoratsstellen für Jungforscher genehmigt. Insgesamt fließen laut Angeben des FWF 26,6 Millionen Euro über die jeweiligen Förderschienen. Aufgrund der Teuerung schweben über den im kommenden Jahr vorgesehenen Bewilligungen etwa zu den SFB jedoch Fragezeichen, hieß es kürzlich seitens der Förderagentur.

Im Rahmen des SFB-Programmes arbeiten Teams aus verschiedenen Forschungseinrichtungen gemeinsam an einer Forschungsfrage. Ziel ist die Schaffung exzellenter Forschungsnetzwerke nach internationalem Maßstab. Gefördert werden die beiden neuen Verbünde mit jeweils rund vier Millionen Euro über vier Jahre hinweg, wie der FWF am Donnerstag mitteilte. Konzepte eingereicht hatten ursprünglich 24 Konsortien. Im Rahmen des Projekts mit dem Titel "Managing Maximilian" unter der Leitung des Historikers Andreas Zajic vom Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) arbeiten auch Wissenschafter der Universität Wien, der Uni Graz, der Albertina sowie des Kunsthistorischen Museums (KHM) Wien.

Dabei analysiert das Team die von 1493 bis 1519 dauernde Regentschaft von Kaiser Maximilian I. Er wird heute ebenso als "Letzter Ritter" wie als "erster moderner Medienprofi" bezeichnet, wie es seitens der ÖAW heißt. Wie es zu diesen kaum zusammenpassenden Wertungen kommt und welches Netzwerk in die Selbstdarstellung der Regentschaft Maximilians eingebunden war, wollen die Experten anhand von neue schriftlichen Quellen erschließen. "Tatsächlich gab es eine Vielzahl an Akteurinnen und Akteuren, die an unterschiedlichen Orten mit der Konzeption und Umsetzung seiner Herrschaft sowie an der Produktion höfischer Kunst und Kultur betraut waren", so Zajic.

Fächerübergreifende Teamarbeit

Im von der Evolutionsgenetikerin Neda Barghi von der Veterinärmedizinischen (Vetmed) Universität Wien koordinierten neuen SFB-Projekt namens "Polygene Anpassung", arbeiten Forscher vom Gregor-Mendel-Institut für Molekulare Biologie (GMI) der ÖAW, des Institute of Science and Technology (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) und der Uni Wien zusammen. Dabei geht es um die Analyse von Veränderungen bei vielen verschiedenen Genen, die für sich alleine jeweils nur geringe Auswirkungen mit sich bringen, insgesamt aber eine genetische Anpassung an die Veränderung der Umwelt etwa durch den Klimawandel bewirken. Die Wissenschafter erforschen das anhand von Kohlgewächsen, der Gemeinen Fichte oder Taufliegen.

Im Rahmen der "Forschungsgruppen"-Förderung des FWF fließen insgesamt 5,6 Mio. Euro in von der Medizinischen Universität Innsbruck (3) und der Uni Innsbruck (1) geleitete Vorhaben. Die Gruppen haben alle medizinisch-biologische Fragestellungen im Fokus: So etwa den komplexen Prozess der Bildung und des Abbaus von Proteinen in Zellen, die Mechanismen, die hinter der Zellalterung stehen, die ersten Phasen der Krebsentstehung oder "Medizinische Entscheidungen bei der Multisystematrophie", einer degenerativen Erkrankung des Nervensystems.

Die Förderungen der Doktoratsausbildung an Unis und Fachhochschulen (FH) steht im Zentrum der Programm "doc.funds" und "doc.funds.connect". In der aktuellen Zuerkennungsrunde gehen 13 Mio. Euro an insgesamt neun Forschungsteams. Damit können 64 Stellen in Wien, Innsbruck, Hagenberg, Klagenfurt, Krems und St. Pölten eingerichtet werden. (apa)