Je nachdem, welche Jahreszeit in den Hochalpen vorherrscht, schaltet ein Bakterium, das 2013 im Tiroler Gossenköllesee erstmals nachgewiesen wurde, zwischen zwei Arten der Nutzung von Licht hin und her. Dabei scheint es sich um eine ausgeklügelte Anpassung an den deutlichen Wechsel der Jahreszeiten im Hochgebirge zu handeln. So kann es die richtige Strategie wählen, wenn es über längere Zeit unter einer Eisdecke überleben muss.

Diesen Mechanismus hat eine Forschergruppe um Michal Koblizek von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften mit Tiroler Kollegen herausgefunden.

Der Bakterienstamm mit dem Namen "Sphingomonas glacialis AAP5" ist in dem 1,6 Hektar großen, auf 2.416 Metern Seehöhe liegenden See in den Stubaier Alpen heimisch. Seit dem Jahr 1975 betreibt die Universität Innsbruck dort Forschungen, die auch zur Entdeckung des Bakteriums führten. Es sei der erste Nachweis einer solch flexiblen Strategie bei einem Bakterium, betonen die Forscher im Fachblatt "Pnas".