Gleich drei österreichische Beiträge finden sich unter den "Top 10 Breakthroughs of the Year", die vom Magazin "physics world" am Dienstag veröffentlicht wurden. Die Auswahl durch das Magazin des 34.000 Mitglieder umfassenden britischen Berufsverbandes "Institute of Physics" berücksichtigt alle Bereiche der Physik.

Das Magazin zählt das James-Webb-Weltraumteleskop, das ein "neues Fenster zum Universum öffnet", ebenso zu den Durchbrüchen 2022 wie die Nasa-Mission "Dart", bei der absichtlich eine Sonde auf einen Asteroiden krachte, um ihn von seiner Bahn abzulenken. In die Top Ten aufgenommen wurde auch die erste klinische Studie einer vielversprechenden Bestrahlung von Tumoren mit Protonen mit Namen "Flash".

Quanten und Schwerkraft

Stark vertreten sind Arbeiten österreichischer Physiker, darunter deren zwei von Stefan Rotter von der TU Wien. Er hat eine Methode vorgestellt, mit der Wellen einer bestimmten Frequenz - etwa WLAN-Signale - ungehindert eine Wand durchdringen können. Zudem hat Rotter eine perfekte Falle für Licht präsentiert, die es auch dünnsten Schichten ermöglicht, Lichtwellen vollständig zu absorbieren.

Die Geschwindigkeitsgrenze für die Signalübertragung in Mikrochips hat ein Team identifiziert, dem Joachim Burgdörfer von der TU Wien und Martin Schultze von der TU Graz angehörten. Bei einem Petahertz (eine Million Gigahertz) ist Schluss für quantenmechanische Prozesse, die im Halbleitermaterial die Entstehung von elektrischem Strom ermöglichen.

Peter Asenbaum vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation in Wien hat einen durch Gravitation ausgelösten Quanten-Effekt beobachtet, bei dem ein Teilchen die Existenz eines elektromagnetischen Feldes "spürt", obwohl es laut klassischer Messmethode gar nicht in dessen Einflussbereich ist. Auch die Schwerkraft spielt nach Quantenregeln.