Große Personalrochaden bringt das neue Jahr an den Universitäten. Rund ein Drittel der staatlichen Unis bekommt neue Rektorinnen und Rektoren. Der Großteil davon steht bereits fest, an einigen Unis ist die Bestellung aber noch ausständig. Auch in der Forschung kommen neue Köpfe - teilweise an etablierten und teilweise an neuen Einrichtungen.

Bereits im März löst Veronika Sexl an der Universität  Innsbruck Tilmann Märk ab. Im Oktober folgt an der Technischen Universität (TU) Wien Jens Schneider auf Sabine Seidler, an der TU Graz Horst Bischof auf Harald Kainz, an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien Rupert Sausgruber auf Edeltraud Hanappi-Egger und an der Montanuni Leoben Peter Moser auf Wilfried Eichlseder.

Ebenfalls neue Rektoren gibt es ab Herbst an der Universität Linz und an der Universität für Angewandte Kunst. Dort treten die Amtsinhaber Meinhard Lukas und Gerald Bast ab, die Nachfolgersuche läuft noch. Auch an der Uni Salzburg steht die Wahl des Rektors ab Oktober 2023 demnächst an. Hier ist Amtsinhaber Hendrik Lehnert aber noch im Rennen um seine eigene Nachfolge.

Uniko sucht neue Führung

Eine neue Führung braucht außerdem die Universitätenkonferenz (uniko). Mit TU-Rektorin Seidler scheidet die aktuelle Präsidentin Ende September 2023 aus dem Amt. Bis zur Neuwahl eines Nachfolgers  im Dezember übernimmt voraussichtlich Vizepräsident Oliver Vitouch, Rektor der Uni Klagenfurt, interimistisch die Leitung.

Demnächst bestellt werden muss der Gründungspräsident der neuen Technischen Universität Linz, die unter dem Namen "Institute of Digital Sciences Austria" (Idsa) firmieren wird. Das Idsa soll ab Herbst 2023 schrittweise den operativen Betrieb aufnehmen, der Gründungspräsident gemeinsam mit dem Gründungskonvent unter anderem die vorläufigen Curricula erarbeiten und Professoren bestellen.

Am Institute of Science and Technology Austria (Ista) in Klosterneuburg übernimmt mit Jahresbeginn Martin Hetzer die Präsidentschaft von Thomas Henzinger. Der österreichische Molekularbiologe wird nach über 20 Jahren wissenschaftlicher Karriere im Ausland wieder in seine Heimat zurückkehren. Zuletzt war er seit 2004 am The Salk Institute for Biological Studies in La Jolla im US-Bundesstaat Kalifornien tätig. Henzinger, der seit 2009 als Gründungspräsident das Ista geleitet hat, bleibt als Professor am Institut.

Leitung des Imba noch ausständig

Noch ausständig ist die Entscheidung über die Leitung von zwei großen heimischen Forschungseinrichtungen: Nachdem Imba-Chef Josef Penninger 2018 nach Kanada gewechselt ist, hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften die Position des wissenschaftlichen Direktors des Instituts für Molekulare Biotechnologie (Imba) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Herbst ausgeschrieben. Derzeit leitet der stellvertretende Direktor Jürgen Knoblich das Institut, das im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, interimistisch.

Mit 1. Jänner werden die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und die Geologischen Bundesanstalt (GBA) zur "GeoSphere Austria - Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie" fusioniert. Das zuständige Bildungsministerium hat im Herbst die Positionen des wissenschaftlichen und des kaufmännischen Generaldirektors für die neue vollrechtsfähige Bundesanstalt mit rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgeschrieben, sie sollen Anfang des Jahres bestellt werden, hieß es auf Anfrage im Ministerium.

Reform der Beratungsgremien

Bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG laufen die Verträge der beiden Geschäftsführer Klaus Pseiner und Henrietta Egerth mit August aus. Pseiner geht in Pension, Egerth hat sich wieder beworben, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen. Die beiden sind seit Gründung der FFG 2004 an der Spitze der Förderagentur.

Die im Regierungsprogramm geplante Reform der Beratungsgremien im Wissenschaftsbereich ist in der Zielgeraden: Die Begutachtung des entsprechenden Gesetzesentwurf ist abgeschlossen, der Beschluss im Parlament noch ausständig. Ein neuer "Forschungs-, Wissenschafts-, Innovations- und Technologieentwicklungs-Rat" (FWIT-Rat) soll dann den Wissenschaftsrat, den Rat für Forschung und Technologieentwicklung und das ERA Council Forum ablösen. Ursprünglich war geplant, die zwölf vom Bundeskanzleramt, Bildungs-, Umwelt- und Wirtschaftsministerium entsandten Ratsmitglieder sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats des neuen Gremiums bis Ende Jänner zu bestellen. Das wird sich angesichts des noch ausständigen Gesetzesbeschlusses wohl nicht ausgehen. (apa)