Eisbohrkerne aus der Antarktis geben Aufschluss über 11.000 Jahre Klimageschichte der Erde, einschließlich der Sommer- und Wintertemperaturen bis zum Beginn des Holozäns. Mit ihrer Arbeit sorgen US-Wissenschafter nun für Aufsehen. Es ist weltweit die erste saisonale Temperaturaufzeichnung dieser Art.

Wissenschafter untersuchen seit langer Zeit anhand von Eiskernen, die an den Polen gesammelt werden, das vergangene Klima der Erde. Diese schlanken, zylindrischen Eissäulen, die aus alten Eisschilden gebohrt wurden, liefern wertvolle, in der Zeit festgehaltene Langzeitdaten über so ziemlich alles: von den früheren Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre bis zu den früheren Temperaturen der Luft und der Ozeane.

Der nunmehrige Eiskern aus der Antarktis ist der längste, der jemals von US-Forschern gebohrt wurde, heißt es in der im Fachblatt "Nature" publizierten Studie. Er ist mehr als drei Kilometer lang, hat einen Durchmesser von rund zwölf Zentimetern und enthält Daten, die bis zu 68.000 Jahre alt sind.

Grundlage für Forschung

"Das Ziel des Teams war es, die Grenzen dessen, was bei der Interpretation des Klimas in der Vergangenheit möglich ist, zu erweitern, und für uns bedeutete das, dass wir das Klima auf den kürzesten Zeitskalen verstehen wollten", so der Klimaforscher Tyler Jones vom Institut für Arktis- und Alpenforschung.

Die Daten seien auch eine wichtige Grundlage für andere Forscher, die die Auswirkungen der Treibhausgasemissionen auf unser heutiges und künftiges Klima untersuchen. Wissen die Forscher, welche planetarischen Zyklen auf natürliche Weise ablaufen und warum, können sie den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die globalen Temperaturen besser kennen.(gral)