Das Fachjournal "Nature" hat erhoben, wie Patente mit wissenschaftlichen Publikationen in Verbindung stehen. Einer Anfang Dezember vergangenen Jahres veröffentlichten Rangliste zufolge ist diese Verbindung vor allem bei Forschungsinstitutionen und Unternehmen aus den USA und Großbritannien stark ausgeprägt. Mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien haben es aber auch zwei heimische Einrichtungen unter die Top-100 geschafft.

Mit dem "Nature Index 2022 Innovation" versucht das Journal auf Basis von Informationen aus einer Datenbank auszudrücken, wie groß der Einfluss von wissenschaftlichen Publikationen aus verschiedenen Institutionen auf vergebene Patente ist. Dafür wurden Artikel in Fachzeitschriften, Konferenzberichte oder Bücher, die zwischen dem Jahr 2000 und 2020 veröffentlicht wurden, mit Patent-Daten verglichen. Gezählt wurden Arbeiten aus einer Institution, die im Zusammenhang mit einem Patent zitiert wurden. Um die Größe der jeweiligen Einrichtung zu berücksichtigen, wurde dies mit der Gesamtzahl der erschienenen Arbeiten gegengerechnet, wie "Nature" erklärt.

Erste Plätze für Großbritannien und USA

Auf dem ersten Platz landete das im Bereich der Genforschung tätige Wellcome Sanger Institute aus Großbritannien. Auch auf Rang zwei folgt mit dem Salk Institute for Biological Studies in La Jolla (US-Bundesstaat Kalifornien) ein Institut, das im Bereich der Lebenswissenschaften tätig ist. Die Plätze drei und vier belegen mit der Rockefeller University und dem Scripps Research Institute zwei US-Forschungsinstitutionen. Auf Platz fünf folgt mit dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) die erste europäische Einrichtung.

Einige der vorderen Ränge werden von in der Forschung aktiven Unternehmen, wie dem Google-Mutterkonzern Alphabet (Platz 6), der Pharmafirma Roche (7), dem Technologiekonzern IBM (8) oder dem Pharmakonzern AstraZeneca (13) belegt.

ÖAW übt große Wirkung aus

Die ÖAW kommt in dem Ranking als erster österreichischer Vertreter auf Platz 84 zu liegen. ÖAW-Präsident Heinz Faßmann zeigte sich angesichts dessen in einer Aussendung am Sonntag überrascht: "Keiner hätte damit gerechnet, dass die auf Grundlagenforschung ausgerichtete ÖAW eine so große Wirkung auf Innovationen ausübt." Das zeige, dass Forschung "kein reiner Selbstzweck" ist und Grundlagenforschung "ein hervorragendes Substrat für weiterführende Innovationen" sei.

Noch knapp unter die ersten 100 gereihten Institutionen hat es auf Rang 99 die Uni Wien geschafft. Die Technische Universität (TU) Wien scheint auf Platz 241 auf, die Universität Innsbruck findet sich auf Rang 296. Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) beschließt den Reigen der fünf österreichischen Institute in der 500 Einrichtungen umfassenden Liste auf Platz 389. (apa/nt/cm/kan)