Eine epigenetische Regulierung - die sogenannte DNA-Methylierung - sorgt dafür, dass etwa eine Leberzelle zeitlebens eine Leberzelle bleibt und eine Herzzelle eine Herzzelle. Diese Zugangsschranken seien in Seesternen und Fischen sehr ähnlich wie beim Menschen, stellen Forscher des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (Cemm) fest und berichten darüber im Fachblatt "Nature Communications". Sie kartierten die DNA-Methylierung bei 580 Tierarten.

Zugangsschranken in Form von DNA-Methylierungen sorgen dafür, dass bestimmte Bereiche auf dem Erbgut besonders eng verpackt und dadurch zum Ablesen nicht verfügbar sind, erklären die Forscher um Christoph Bock vom Cemm. Dabei werden auch Wachstumsgene ruhiggestellt, die Krebs auslösen, wenn sie zum falschen Zeitpunkt aktiv sind.

Bisher wurden diese Zugangskontrollmuster hauptsächlich in Säugetieren wie Menschen und Mäusen untersucht, und es fehlten die Vergleiche zu anderen Tiergruppen. Die Forscher kartierten über zehn Jahre hinweg die Methylierung in 2.443 Gewebeproben von Tierarten wie Fischen, Muscheln, Axolotln oder Kamelen. Die Verteilung dieser Methylierung nach der genetischen DNA-Zeichenabfolge sei bei Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Fischen und wirbellosen Tieren sehr ähnlich, berichten die Forscher.

Ein hohes Maß an Kontrolle bewahrt wohl auch große und langlebige Tiere davor, häufiger Krebs zu erleiden als kleine, kurzlebige Geschöpfe, obwohl sie mehr Zellen haben und diesen mehr Zeit zur Verfügung steht, zu Krebszellen zu entarten, stellten die Wissenschafter fest.