Pflanzen mit defektem Gen OXI1 zeigten neben einer gestörten Immunabwehr aber auch noch weitere Entwicklungsstörungen. Die Entdeckung, die im Modellorganismus der Pflanzengenetiker der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) gelang, wurde in "Nature" veröffentlicht.

Wie auch Menschen und Tiere haben Pflanzen im Laufe der Evolution effektive Mechanismen entwickelt, um Krankheitserreger - Bakterien, Viren oder Pilze - und Parasiten abzuwehren. Eine der raschesten Abwehrreaktionen ist die Bildung von Reaktiven Sauerstoff Spezies (RSS) - z. B. Wasserstoffperoxid, wie es auch zum Haare Bleichen verwendet wird. Diese aggressiven Substanzen wirken einerseits giftig für viele Mikroorganismen, RSS können notfalls aber auch den programmierten Zelltod der angegriffenen Pflanzenzelle verursachen und so dem Angreifer den Garaus machen.

Wie es die Pflanze anstellt, einen gefährlichen Eindringling aufzuspüren, bleibt Gegenstand intensiver Forschungen. Nicht zuletzt erhofft man sich, durch genauere Kenntnisse des pflanzlichen Immunsystems etwa Pestizide einsparen zu können. Hirt, der seine Forschungen mit Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung durchführte, fand heraus, dass OXI1 als so genannter genetischer Schalter entscheidend an der Immunabwehr und der Bildung von RSS beteiligt ist.

OXI1 produziert Kinase, ein Enzym. Ein Defekt des Gens führt zum Zusammenbruch des Abwehrsystems der Pflanzen, was zeigt, dass OXI1 eine zentrale Rolle im Geschehen spielt. Es scheint aber auch noch eine völlig andere Rolle in der Pflanze spielen, denn bei defektem OXI1 zeigten die Arabidopsis-Pflänzchen verkümmerte Wurzelhaare - ohne dass etwa eine Pilzinfektion nachgewiesen werden konnte.