Wien. (apa/ski) Für einen freien und kostengünstigen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und damit einen raschen Austausch von Forschungsresultaten setzt sich seit Jahren die Initiative "Open Access" ein. Neue Erkenntnisse sollen im Internet Forschern und Fachpublikum zugänglich gemacht werden. Diese Entwicklung, die auch der OECD ein Anliegen ist, geht nun auch in Österreich in Richtung einer nationalen "Open Access"-Politik. Dahinter steht das Problem, dass die Kosten von Fachmagazinen und Datenbanken stark gestiegen sind, sodass auch wichtige Institutionen kaum noch alle relevanten Publikationen kaufen können.

Falk Reckling, Experte für das Thema beim Wissenschaftsfonds FWF, registrierte in den letzten Jahren schon beachtliche Fortschritte. Von den weltweit rund 27.000 wissenschaftlichen Fachzeitschriften publizieren bereits 7300 nach dem "Open Access"-Modell. Weltweit mehr als 200 Institutionen, darunter der FWF, verpflichten ihre Forscher, soweit das nicht durch Verträge mit Verlagen rechtlich unmöglich ist, Publikationen frei zugänglich zu machen. Das können sie zum Beispiel in bereits mehr als 2500 registrierten fachspezifischen beziehungsweise institutionellen Repositorien tun. Zu den bekanntesten elektronischen Bibliotheken dieser Art gehören "arXiv" (Naturwissenschaften) oder "PubMedCentral" (Lebenswissenschaften).

FWF, ÖAW und IST Austria


Der FWF weitet ab Dezember 2011 die Förderung für Druckkosten von Büchern aus, wenn die Publikationen auch "Open Access" gestellt werden. Für solche Publikationen - laut Reckling 60 bis 70 Bücher pro Jahr - wird auch eine elektronische Bibliothek aufgebaut, die mit internationalen Repositorien verknüpft werden soll. Insgesamt fördert der FWF heuer "Open Access" mit mehr als einer Million Euro.

Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) will nun ihre Forschungsergebnisse "unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und rechtlicher Möglichkeiten frei zugänglich machen". Bereits seit 2006 betreibt die ÖAW ein eigenes Repositorium (epub.oeaw) mit mittlerweile rund 20.000 frei zugänglichen Dokumenten aus der ÖAW-Forschung. Auch das Institute of Science and Technology (IST) Austria ist dabei, ein eigenes Repositorium nach dem "Open Access"-Prinzip aufzubauen.

Im September 2012 finden erstmals in Österreich die bisher nur in Deutschland und der Schweiz organisierten "Open Access"-Tage statt. Für 2014 will der FWF die weltweit größte Konferenz zu "Open Access" nach Österreich holen.