Wien. (est/apa) "Horizon 2020" wird mit Jänner 2014 das seit 2007 laufende 7. EU-Forschungsrahmenprogramms ablösen. Für sieben Jahre will die EU insgesamt 80 Milliarden Euro in Forschung und Innovation investieren - um fast die Hälfte mehr als im auslaufenden Programm. Am Mittwoch präsentierte die Europäische Kommission ihre Vorschläge in Brüssel, die die Marktentwicklung von Innovationen in den Vordergrund stellen. Nun folgen Konsultationen mit den Ministerien und Verhandlungen auf EU-Ebene.

"Horizon 2020" ist ein Förderprogramm, das einen ganzheitlichen Ansatz europäischer Forschungspolitik vorgeben und die Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben soll. Das neue Programm beruhe auf drei Säulen, so Wolfgang Burtscher von der EU-Kommission. Für die erste, primär die Grundlagenforschung betreffende Säule "Exzellente Forschung" sind 24,5 Milliarden Euro vorgesehen. Themen sollen aus der Wissenschaft kommen, der Europäische Forschungsrat soll für wissenschaftliche "Pionierarbeit" mit 13 Milliarden Euro um 77 Prozent mehr erhalten als derzeit.

Marktführerschaft


In der zweiten Säule namens "Marktführerschaft" sollen die Themen vermehrt aus der Wirtschaft kommen. Der Schwerpunkt soll auf strategischen Investitionen in Schlüsselbereiche, wie Nano-, Bio- und Informationstechnologien, Werkstoff- oder Raumfahrtforschung liegen. Ziel sei, Risikokapital für Industrie und Klein- und Mittelbetriebe bereitzustellen zur Entwicklung innovativer Produkte. Dafür sind 18 Milliarden Euro vorgesehen. Die dritte Säule soll "Gesellschaftliche Herausforderungen" abdecken, wie die Reduktion der Treibhausgase oder Veränderungen in der Demografie. Die Kommission sieht auch in diesem, mit 32 Milliarden Euro dotierten, Bereich Potenzial für marktfähige Produkte.