Wien. Die jüngst vereinbarte langfristige Finanzierung für das Institute of Science and Technology (IST) Austria hält der Wiener Experimentalphysiker und geistige Vater des IST, Anton Zeilinger, für "gerechtfertigt". Dies könne aber nur ein Start sein, betonte Zeilinger im Gespräch mit der APA, "es müssen dem unbedingt ähnliche Vereinbarungen für eine langfristige Finanzierung von exzellenten Gruppen an den Universitäten und der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) folgen".

Die Präsidentin des European Research Council (ERC), die österreichische Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny, zeigte sich erstaunt über die Debatte um die "angebliche Ungleichstellung" zwischen Unis und IST. Das IST benötige eine längerfristige Finanzierungsgarantie.

Appell an Minister Töchterle


Die Mitarbeiter der ÖAW hoffen auf eine dem IST vergleichbare Förderung der ÖAW und "Fairness bei Förderungen". Sie befürchten "eine Finanzierungslücke, die zum langsamen Tod der ÖAW führen könnte". "Wenn Nachbesetzungen ebenso unmöglich sind wie Investitionen in die Infrastruktur, ist die ÖAW in zehn Jahren tot." Die Mitarbeiter verweisen auf bereits 15.391 Unterschriften für ihre Petition und appellieren an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, "in den Nachverhandlungen das Budget der ÖAW so weit aufzubessern, dass ihr der nötige Spielraum für Nachbesetzungen und Zukunftsinvestitionen gegeben wird".

Kritik an der IST-Vereinbarung äußert die Österreichische Gesellschaft für Technologiepolitik. Eine Förderzusage bis 2026 sei "eine unzulässige Präjudizierung vieler künftiger Evaluationen", denen sich das IST alle vier Jahre unterziehen muss, und präjudiziere auch die Budgethoheit des Parlaments für die Jahre nach dem derzeit gültigen Bundesfinanzrahmengesetzes 2012-2015.