Wien. (est) Scharfe Worte fand die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Dienstag für die ihrer Meinung nach "eklatante Ungleichbehandlung" von Unis und ÖAW bei der langfristigen Finanzierung.

Anlass ist die Zusage der Bundesregierung und des Landes Niederösterreich, das Institute of Science and Technology Austria (Ista) von 2017 bis 2026 mit 1,4 Milliarden Euro zu unterstützen. ÖAW-Präsident Helmut Denk protestierte, dass eine Evaluierung der Akademie ebensolche Exzellenz beschieden hätte, aber deren Planungssicherheit nur drei Jahre sei. Die Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium sichert die ÖAW bis 2014 bei eingefrorenem Budget ab, woraus sich eine Lücke von 40 Millionen Euro ergebe. "Als ich im Herbst die Leistungsvereinbarung unterzeichnete, hieß es, es sei darüber hinaus nichts möglich. Das Präsidium wurde desavouiert", so Denk.

Forderungskatalog der ÖAW

Die ÖAW fordert Planungssicherheit für zehn Jahre, keine weitere budgetäre Ausdünnung, eine Verdoppelung von eingeworbenen Drittmitteln durch den Bund und ein Budget für Neubauten und Ausbildung. Der Bund müsse dafür mindestens 30 Millionen Euro locker machen. Der Chef des Instituts für Molekulare Pathologie, Josef Penninger, sieht eine "politisch motivierte Entscheidung" darin, das 2009 eröffnete Ista bis 2026 abzusichern. Für das Institut in Maria Gugging machen sich Niederösterreichs Landeshauptmann Josef Pröll und Notenbank-Präsident Claus Raidl stark. Bisher habe es geheißen, "wenn ihr gut seid, zahlt es sich aus. Nun wird vermittelt, wenn man jemanden kennt, zahlt es sich aus", so Penninger. Für eine "sachliche Diskussion im Sinne des Forschungsstandortes" plädierte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Das Ista brauche im Aufbau eine langfristige Finanzierung.