Wien. (ski) Sparsamkeit ist angesagt bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das Budget stagniert, 2011 betrug es 118 Millionen Euro, davon kamen sechs Millionen von der Nationalstiftung und 25 Millionen aus eingeworbenen Drittmitteln. ÖAW-Präsident Helmut Denk stellte am Montag in einem Pressegespräch den neuen Strukturplan vor, der auf der für die Jahre 2012 bis 2014 mit dem Forschungsministerium abgeschlossenen Leistungsvereinbarung beruht. Man will vor allem hoch kompetitive Forschungseinrichtungen schwerpunktmäßig fördern und kleinere verwandte Forschungseinheiten zu größeren Instituten innerhalb der ÖAW zusammenlegen. Der Transfer von Forschungseinheiten an andere Träger, vor allem an geeignete Universitäten, mit denen man gerade verhandle, soll den Bestand dieser Forschungsgegenstände zumindest für die nächsten Jahre erhalten. Wenn das mit Hilfe der vom Ministerium dafür zugesagten "Offensivmittel" gelinge, käme die ÖAW bis 2014 budgetär über die Runden, meinte ÖAW-Vizepräsident Arnold Suppan. Ihre wissenschaftlichen Kommissionen will die ÖAW in Beratungseinrichtungen umwandeln. "Wir hoffen sehr, ohne Schließungen und Kündigungen durchzukommen", erklärte Denk.

Neue Nachwuchs-Förderung


Die ÖAW müsse aber auch "visionär" sein und dürfe nicht nur an "Gesundschrumpfen" denken, ergänzte Präsidiumsmitglied Georg Stingl. Mit dem 9. Mai, dem Tag der jährlichen Feierlichen Sitzung der ÖAW, startet die Akademie ein neues Impulsprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Dotierung mit acht Millionen Euro für fünf Jahre sei freilich nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", räumte Denk ein. Dem Thema "Wissenschaft als Beruf" ist heute, Dienstag, ein ÖAW-Symposium gewidmet, der Grazer Soziologe Max Haller hält darüber den Festvortrag in der Feierlichen Sitzung, in der die ÖAW 38 neue Mitglieder aus dem In- und Ausland aufnimmt.