Die Atmosphäre enthielt zwar schon mehr Kohlendioxid als heute, aber die Lebensbedingungen ändern sich drastisch. - © APAweb / dapd / Robert Pfeil
Die Atmosphäre enthielt zwar schon mehr Kohlendioxid als heute, aber die Lebensbedingungen ändern sich drastisch. - © APAweb / dapd / Robert Pfeil

New York. Erstmals hat der Kohlendioxidgehalt auf der Erde einen wichtigen Schwellenwert überschritten. An der Station in Barrow in Alaska wurde im Frühjahr nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA zum ersten Mal über einen Monat ein Wert von 400 Partikeln Kohlendioxid pro einer Million Luftteilchen gemessen.

"Die Arktis ist unser Beobachtungsgebiet, weil sie uns verrät, was auf die ganze Erde zukommt", sagte NOAA-Experte Pieter Tans. "Wir werden globale Werte von mindestens 400 ppm vermutlich um das Jahr 2016 sehen." Neben Barrow sei der hohe Wert auch an sechs anderen Stationen registriert worden, auch in Finnland und Norwegen. Nur in Barrow hielt der Wert aber über einen ganzen Monat.

Früher lag der Wert bei 280 ppm, doch schon seit Beginn der Industrialisierung der Erde vor drei Jahrhunderten steigt er beständig an. In den vergangenen Jahrzehnten ging es immer schneller: Waren es in den 1960er Jahren noch 0,7 ppm mehr im Jahr, sind es jetzt schon zwei. Im vergangenen Jahr lag der weltweite Durchschnitt bei 390,4 ppm.

Erdgeschichtlich ist der neue Rekordwert freilich noch nicht spektakulär: Noch vor 100 Millionen Jahren lag der CO2-Gehalt  sogar über 1000 ppm. Es war die Zeit der Dinosaurier, die Erde war im Mittel um 8 Grad wärmer als heute und völlig eisfrei. In den letzten 65 Millionen Jahren nahm der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre beständig ab, bis er vor etwa 35 Millionen Jahren erstmals auf 300 ppm sank. Damals begannen die Pole zu vereisen.

Kohlendioxid wird für den Treibhauseffekt verantwortlich gemacht: Das Gas isoliert die Erde und lässt die Wärmestrahlung nicht zurück ins All. Dadurch soll sich die Erde zwar nur in Jahrhunderten um wenige Grad erwärmen, das genügt nach Ansicht von Wissenschaftern aber, das fragile Weltklima massiv durcheinanderzubringen. Dürren und stärkere Wirbelstürme könnten ebenso die Folgen sein wie ein Anstieg des Meeresspiegels durch schmelzendes Polareis. Das wiederum könnte niedrig gelegene Regionen und ganze Inselstaaten gefährden.