Die Zukunft hat schon begonnen. In Kalifornien wurden im September 2012 per Gesetz erstmals selbstfahrende Roboter-Autos, also ohne Lenker, für den Straßenverkehr zugelassen. Technologische Revolutionen wie diese stehen bereits in großer Zahl in den Startlöchern und werden sich im 21. Jahrhundert immer ausgereifter etablieren.

Mit dem sogenannten Mooreschen Gesetz, wonach sich die Rechenkapazitäten von Computern rund alle 18 Monate verdoppeln, nimmt uns der US-Starphysiker Michio Kaku in seinem aufsehenerregenden Buch mit auf seine futuristische Reise, die er streng nach physikalischen Maßstäben auszuloten versucht. Schon heute, so schreibt er, steckt in einer Geburtstagskarte mit einem Computerchip, der dem Empfänger ein Geburtstagsständchen bringt, mehr Computerleistung, als sämtlichen alliierten militärischen Kräften im Jahr 1945 zur Verfügung stand. Heute verfügt etwa ein Handy über mehr Computerleistung als die gesamte Nasa 1969, als sie zwei Astronauten auf den Mond brachte. In Zukunft werde das Internet zu einem "Zauberspiegel", der überall in unserer Alltagsumgebung eingebaut ist und uns laufend Zugang zum gesammelten Wissen des Planeten ermöglicht, so Kaku.

Hologramme halten Meetings

Da dann heute noch unvorstellbare Supercomputer ihren Dienst tun, etwa in High-Tech-Kontaktlinsen, werde der Begriff "Computer", wie wir ihn kennen, allmählich verschwinden. Dank Computerchips überall in unserer Umwelt entstünden "erweiterte Realitäten". Roboter werden uns die Alltagsarbeit abnehmen, ohne allerdings (noch) menschliche Denkqualitäten zu erreichen. Küchengeräte und andere Maschinen steuern wir mit der Kraft unserer Gedanken.

Medizinische Nanobots werden aufmerksam durch unsere Blut- und Nervenbahnen eilen und sogar Krebs heilen. Und zu lästigen Meetings schicken wir unser Hologramm an einen Konferenztisch mit virtuellen Kollegen und solchen aus Fleisch und Blut. Alles reine Utopie? Kaku hat für dieses Buch weltweit 300 Forscher von Rang dazu interviewt, die wahrscheinlichen Entwicklungen in diesem Jahrhundert zu skizzieren - von der Künstlichen Intelligenz bis zur Raumfahrt, von der Medizin und Biologie bis zur Nanotechnologie.

Kaku glaubt jedoch nicht an eine mögliche Herrschaft der Maschinen. Der "gesunde Menschenverstand" wird auch in Zukunft unersetzlich bleiben.