Wien. (est) Wissenschafter mobilisieren gegen geplante Kürzungen beim neuen Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020" im Vorfeld des für 22. November angesetzten Beschlusses des EU-Budgets 2014-2020. Am Mittwoch hatten mehr als 20.000 europäische Forscher eine von 44 Nobelpreisträgern verfasste Petition auf der Internet-Homepage der unabhängigen "Initiative for Science in Europe" (ISE) unterzeichnet.

ISE, die nach eigenen Angaben 50 nationale Forschungseinrichtungen und Förderagenturen vertritt, betont dazu: "Das von der EU-Kommission vorgeschlagene Forschungsbudget von 80 Millionen Euro ist präzise kalkuliert. Es ist das zulässige Minimum, wenn ,Horizon 2020‘ sein Ziel erreichen soll, sowohl Wissenschaft als auch Innovation zu fördern, um Wachstum zu generieren. Europas Zukunft ist in Gefahr."

Europäische Förderinstrumente sollen Forschungsleistungen stimulieren, die zur Positionierung Europas in der Weltwirtschaft einen Beitrag leisten können. Die Finanzkrise führt zu Einschränkungen bei nationalen Haushalten. Insbesondere die "Nettozahler" - so auch Österreich - fordern daher Kürzungen des EU-Haushalts. Vizekanzler Michael Spindelegger spricht sich gegen Einschnitte beim Budget für Forschung aus: "Wir wollen bei der EU-Forschungsförderung keine Kürzungen sehen, sondern diesen Bereich ausbauen", sagte er am Mittwoch vor Journalisten: Für jeden Euro, den Österreich hier einzahle, kriege es 1,30 Euro zurück.