Wien/Sydney. Wissenschafter sind in der Erforschung der Schmerzempfindung beim Menschen einen Schritt weiter gekommen. So dürften gleich mehrere hundert Gene etwas damit zu tun haben, wie eine australisch-österreichische Forschergruppe im Internet-Journal "Plos Genetics" anhand einer Landkarte dieses Gen-Netzwerks darstellt.

Greg Neely vom Garvan Institute of Medical Research in Sydney und ein Forscherteam um Josef Penninger, Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Akademie der Wissenschaften in Wien, identifizierten bei Drosophila-Fliegen - dem Studienobjekt von Genetikern - insgesamt 580 Gene, die für die Hitzeempfindung verantwortlich sind, und fanden beim Menschen dazu rund 400 äquivalente Gene. "35 Prozent davon waren bereits als ,Schmerz-Gene‘ verdächtig", hieß es in einer Aussendung.

System zum Überleben


Die Netzwerk-Karte, welche die Wissenschafter für die komplizierten Mechanismen erstellten, zeigt offenbar hunderte Gene und Signalwege, die man bisher noch nicht als Bestandteil des Systems der Schmerzempfindung kannte.

Ähnlichkeiten zwischen den Drosophila-Fliegen und dem Menschen beweisen, dass dieses System in der Evolution seit Langem konserviert ist - wahrscheinlich einfach deshalb, weil alle Lebewesen auf die Wahrnehmung von Schmerz- und Gefahrenreizen angewiesen sind, um überleben zu können.