Wien. (est) Wer in ein engeres finanzielles Korsett gepresst wird, ist gezwungen, Lücken zu schließen: "Bis zum nächsten Budget müssen wir uns saniert haben", betonte Arnold Suppan, Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), am Rande einer Pressekonferenz am Mittwoch. 14 Akademie-Institute werden in die Universitäten eingegliedert. Und damit 187 Mitarbeiter.

Ausgangspunkt der Maßnahme war die Unterzeichnung einer Leistungsvereinbarung zwischen der ÖAW und dem Wissenschaftsministerium im November des Vorjahres. Die Akademie bekam zwar erstmals eine dreijährige Planungssicherheit bis 2014, jedoch bei eingefrorenem Budget. Der Bund stellt der Akademie insgesamt 223,8 Millionen Euro zur Verfügung, was laut ÖAW eine Budgetlücke von 40 Millionen Euro mit sich bringt. Die Akademie legt daher Einrichtungen zusammen oder gliedert sie in die Unis ein, verlängert befristete Verträge nicht und besetzt Planstellen nicht nach. Das Ministerium betonte hingegen immer wieder, es gebe keine Kürzungen - vielmehr werde ein gleichbleibendes Budget fortgeschrieben.

Je drei Einrichtungen wandern nun an die Uni Wien, die Uni Innsbruck und die Uni Salzburg. Je ein Institut fand an den Universitäten Graz, Leoben und Klagenfurt sowie an der Donau-Universität Krems Platz. Das Institut für Biophysik und Nanosystemforschung übernehmen die drei Grazer wissenschaftlichen Unis zu gleichen Teilen. Bis 2016 werden die Eingliederungen aus den Offensivmitteln für die Universitäten finanziert, danach sollen sie Posten im regulären Uni-Budget werden.

Durch den Wegfall der Institute würden in der ÖAW jährlich 8,3 Millionen Euro an Budget frei, die "für den Ausbau der Forschungsschwerpunkte der Akademie genutzt werden sollen", sagte Wissenschaftsminister Karl-Heinz Töchterle: für Europäische Identitäten und die Wahrung und Interpretation des kulturellen Erbes, Demographischen Wandel, Migration und Integration von Menschen in heterogenen Gesellschaften, Biomedizinische Grundlagenforschung, Molekulare Pflanzenbiologie, Angewandte Mathematik inklusive Modellierung, Bioinformatik und Quantenoptik und Quanteninformation. Die Verwendung scheint allerdings eine Frage der Sichtweise zu sein: Suppan betrachtet die 8,3 Millionen nämlich als "kein freies Geld. Es dient dazu, die Lücken zu schließen", sagte er zur "Wiener Zeitung".

Töchterle und ÖAW-Präsident Helmut Denk erhoffen sich auch eine Stärkung der universitären Lehre. "Es lehren nun auch mehr Wissenschafter an Universitäten", so Töchterle. Zudem könnten Themen der ÖAW nun stärker in die Lehre einfließen. Denk schränkte wiederum ein: "In der Akademie soll das getan werden, was nicht unbedingt an den Universitäten getan werden kann."

Als weitere Maßnahmen wurden kleine Institute zu größeren zusammengelegt, sodass die ÖAW nur noch 29 Einrichtungen von ehemals 68 führt bei einem Stab von 1218 Mitarbeitern.