London. Mit der Kür zu den Forschern des Jahres 2012 würdigt das Fachblatt "Nature" zehn Personen aus der Welt der Wissenschaft. Zu den Top 10 zählt der deutsche Physiker und Direktor des Genfer Kernforschungszentrums Cern, Rolf-Dieter Heuer. Mit Hilfe des Ringbeschleunigers LHC wurde ein Teilchen entdeckt, das das lang gesuchte Higgs-Boson sein könnte. "Nature" lobte Heuer für seine vorsichtige und behutsame Art, mit der Entdeckung umzugehen.

Respekt zollt das Blatt auch dem italienischen Erdbeben-Experten Bernardo de Bernardinis - obwohl er nach einer angeblichen Falsch-Voraussage in 29 Fällen wegen Totschlags verurteilt wurde. De Bernardinis hatte vor dem verheerenden Erdbeben von L’Aquila 2009 in einem Interview erklärt, die zuvor gemessenen kleinen Erdstöße nähmen Energie weg und minderten die Gefahr eines großen Bebens. Er geht in Berufung. "Nature" würdigte ihn, weil er im Kampf um sein Recht nie die Nöte der Betroffenen und Hinterbliebenen von Opfern vernachlässigt habe.

Auch Wissenschafter wie die New Yorkerin Cynthia Rosenzweig, die Naturereignisse wie den Supersturm "Sandy" schon vor Jahren vorhergesagt hatte, wurden geehrt. Daneben erhielt auch Adam Steltzner eine Nennung, der US-Ingenieur, der im August maßgeblich die Landung des Marsrovers "Curiosity" auf dem Roten Planeten steuerte.

"Nature" hat zudem eine Liste mit fünf Forschern veröffentlicht, denen das Magazin für 2013 den Durchbruch zutraut. Darauf erscheint der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker. Er ist stellvertretender Vorsitzender einer Arbeitsgruppe des Weltklimarates, die einen Bericht zu den wissenschaftlichen Aspekten des Klimawandels herausbringen will. Auch die neue Wissenschaftsbeauftragte der EU, Anne Glover, scheint auf. Sie muss sich mit der Frage beschäftigen, ob genmanipulierte Organismen erlaubt werden sollen oder ob die Forschung für politische Zwecke gebraucht - oder missbraucht - wurde.