"Professionelle Führung"


Hintergrund ist die laufende Umstrukturierung der ÖAW mit der Auflösung und Umwandlung von Kommissionen in Institute. Das ÖAW-Präsidium habe im Sommer des Vorjahres zugesagt, Entscheidungen über zwei Institute zu vertagen, bis das nächste Präsidium im Amt ist, und habe "sein Wort gebrochen", so Ekeland. Für ihn sei die "einzig mögliche Lösung", die Gelehrtengesellschaft von der Forschungsträgerinstitution vollständig zu trennen. Die Junge Kurie schloss sich dieser Lösung vollinhaltlich an.

Auch die renommierte Molekularbiologin Renee Schroeder, die im Mai 2012 ihre ÖAW-Mitgliedschaft zurückgelegt hat, befürwortet eine solche Trennung. "Die Gelehrtengesellschaft der ÖAW besteht aus intern auf Lebenszeit gewählten Mitgliedern und den Forschungsinstituten, die von der Gelehrtengesellschaft kontrolliert werden. Die Gelehrtengesellschaft wählt aus ihren ,wirklichen‘ Mitgliedern vier Präsidiumsmitglieder, die dann nebenamtlich die Verwaltung der Forschungsinstitute übernehmen. Daraus folgt, dass das Präsidium kaum zur Verantwortung gezogen werden kann", sagt sie zur "Wiener Zeitung". Die Forschungsinstitute würden aber "eine professionelle Vollzeitführung" brauchen, "die aus den besten Köpfen weltweit rekrutiert werden sollte".