Einen neuen Stellenwert soll auch die Kultur bekommen: "Wir wollen, dass Kunst und Künstler wieder ein integraler Bestandteil von Alpbach werden" - © APAweb/BARBARA GINDL
Einen neuen Stellenwert soll auch die Kultur bekommen: "Wir wollen, dass Kunst und Künstler wieder ein integraler Bestandteil von Alpbach werden" - © APAweb/BARBARA GINDL

Wien/Alpbach. Das Europäische Forum Alpbach soll internationaler werden. Das ist eine der Schwerpunktsetzungen, die Forums-Vizepräsident Caspar Einem am 6. Mai in Wien bei einer Auftaktpressekonferenz zu dem im August stattfindenden Kongress vorstellte. "Wir wollen eine stärkere Internationalisierung, als wir schon gehabt haben - da und dort war Alpbach in den vergangenen Jahren ein bisschen zu sehr innenpolitisch orientiert. Wir wollen klar einen Fokus nach Europa und einen Fokus Europa und die Welt", sagte Einem.

  Das drücke sich unter anderem darin aus, dass es mehr Veranstaltungen auf Englisch geben werde, aber auch beispielsweise darin, "dass wir nicht auf den Panels immer österreichische Politiker sitzen haben wollen - wir sind keine Innenpolitik-Veranstaltung." Österreichische Politiker sollten nicht als "Standardprogramm" bei den Podiumsdiskussionen auftreten, es solle aber "spezielle Angebote für und mit Politikern" geben, etwa in Form von Kamingesprächen und Interviews. Überhaupt wolle man verstärkt auch auf andere Formate abseits von Podiumsdiskussionen setzen. "Wir wollen mehr interaktive Debatten haben", betonte Einem.

  Ergänzend zu den schon bisher sehr stark vertretenen Studierenden aus Südosteuropa sollen vermehrt auch Stipendiaten aus Südwesteuropa angesprochen werden, aktuell etwa aus von der wirtschaftlichen Krise besonders betroffenen Staaten wie Portugal, Spanien und Griechenland.

  An die Frühzeit anknüpfen

  Einen neuen Stellenwert soll auch die Kultur bekommen: "Wir wollen, dass Kunst und Künstler wieder ein integraler Bestandteil von Alpbach werden", sagte der frühere SPÖ-Innenminister. Dabei solle gleichsam "an die Frühzeit von Alpbach angeknüpft" werden, als sich Künstler unterschiedlichster Art in dem Tiroler Bergdorf aufgehalten und in die Diskussionen eingebracht hätten. Einem verwies in diesem Zusammenhang auf diesjährige Kooperationen mit der Royal Academy of Dramatic Art in London und dem österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer.

  Erstmals wird es beim 69. Europäischen Forum Alpbach auch ein Querschnittsthema geben: "Digitale Welten" soll sich heuer wie ein roter Faden durch die unterschiedlichen Themenbereiche des Kongresses ziehen, zu dem insgesamt rund 600 Referenten aus mehr als 60 Nationen erwartet werden. Neu beim diesjährigen Forum, das sich von 12. bis 31. August dem Generalthema "Erfahrungen und Werte" widmet, ist auch eine Medienakademie für zwölf Nachwuchsjournalisten aus unterschiedlichen europäischen Ländern.

  Einem verwies auch auf "neue und zusätzliche Partner" des Forums: Eine "strategische Partnerschaft inhaltlicher Art" gebe es mit dem International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg, und als neue Generalsponsoren fungieren die Österreichischen Lotterien und IBM.

  Forums-Geschäftsführer Philippe Narval betonte, man sei bei allen Neuerungen den "Kernidentitäten" der Veranstaltung treu geblieben: als internationale Plattform, die Exzellenz und Öffnung verpflichtet sei. Narval wies auch auf die neu gestaltete Homepage des Forums hin (http://www.alpbach.org/), die seit 6. Mai zugänglich ist.

  Fischer folgte auf Busek

  Das Europäische Forum Alpbach steht seit März 2012 unter der Leitung des früheren EU-Kommissars und Ex-ÖVP-Landwirtschaftsministers Franz Fischler. Er sollte an der Pressekonferenz teilnehmen, war jedoch kurzfristig verhindert. Fischler folgte als Präsident des Forums dessen langjährigem Leiter Erhard Busek nach. Vizepräsidenten des Forums sind neben Einem die Politikwissenschafterin Sonja Puntscher Riekmann, der frühere Vorstandsvorsitzende des Böhler-Uddeholm Konzerns, Claus Raidl, und die Medizinerin Ursula Schmidt-Erfurth. Das Europäische Forum Alpbach 2013 ist das erste, das zur Gänze vom neuen Team gestaltet wird.