Wien. An der Universität Wien diskutieren bis Freitag rund 360 Forscher über Analysemethoden für wissenschaftliche Leistungen. Bei der 14. Konferenz der "International Society for Scientometrics and Informetrics" (ISSI) soll vor allem die Einbeziehung neuer Kanäle zur Veröffentlichung von Forschungsergebnissen thematisiert werden. Die Konferenz wird heuer in Wien vom Austrian Institute of Technology (AIT) und der Universitätsbibliothek der Uni Wien organisiert.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema "neue Indikatoren". Früher bezogen sich Qualitätsanalysen von Forschungsergebnissen vor allem darauf, wie häufig die Veröffentlichungen aus Fachzeitschriften oder Büchern von anderen Wissenschaftern zitiert wurden. Über die Qualität eines Beitrags ließen sich allerdings so keine direkten Aussagen machen, betont einer der Hauptorganisatoren, Edgar Schiebel, vom AIT. Auch auf individueller Ebene sei die Methode problematisch: Bei einer Anstellungsentscheidung gebe es viele weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gelte.

Rankings und Alternativen


Mittlerweile sind zahlreiche Open-
Access-Plattformen und Internetseiten entstanden, auf denen Forscher ihre Publikationen veröffentlichen. Auch hier finden sich Daten, wie häufig auf einschlägige Berichte zugegriffen wird. Die Experten fassen die neuen Informationsquellen unter dem Begriff "Alternativ-Metriken" ("Altmetrics") zusammen. Allerdings brauche es eindeutige Definitionen, was diese neuen Metriken zu messen vermögen. Interessant seien hier etwa Vergleiche zwischen neuen Datenquellen und klassischer Zitationsanalysen, so Schiebel. Zusätzlich stelle sich die Frage, inwieweit sich risikoreiche, ungewöhnliche und innovative Forschung in solchen Kennzahlen widerspiegeln kann. Auch den Universitätsrankings wollen die Forscher auf den Zahn fühlen.