Das Palais Wenkheim - der neue Wiener Standort. - © Webster University
Das Palais Wenkheim - der neue Wiener Standort. - © Webster University

Wien. Die Webster Vienna Private University rückt Richtung Wiener Zentrum. Ab August werden ihre über 500 Studierenden (Frauenanteil 53 Prozent) nicht mehr in der Berchtoldgasse in Wien-Donaustadt unterrichtet, sondern in der Praterstraße in der Leopoldstadt. Neuer Standort ist das Palais Wenkheim, von weitem schon ein Blickfang, wenn man vom ersten Bezirk über die Aspernbrücke den Donaukanal überquert. Dort hatte zuvor die Finanzmarktaufsicht ihren Sitz.

In die Adaption des Gebäudes wurden mehrere Millionen Euro investiert, denn die seit 1981 in Österreich ansässige und seit 2001 als Privatuniversität akkreditierte Einrichtung will expandieren. "Wir wollen die Studierendenzahl innerhalb von zehn Jahren auf über 1000 verdoppeln", sagte Direktor Arthur Hirsh am Dienstag in einer Pressekonferenz in Wien. Für Intensivstudenten soll ein einjähriges MBA-Programm angeboten werden.

An der neuen Adresse, bereits der vierten, an der die Webster University in Wien daheim ist, soll sich nicht so bald etwas ändern: Die Webster University besitzt neben einem langfristigen Mietvertrag mit dem Hauseigentümer, der Uniqa-Versicherung, auch eine Kaufoption. Schon seit März dient der Universität die "Residenz am Augarten", das frühere Hotel am Augarten, als attraktive Studentenunterkunft. Das Gros der Webster-Studierenden kommt aus dem Ausland, nicht ganz ein Fünftel sind Österreicher. Die Studiengebühren betragen jährlich 18.240 Euro in den Bachelor-Programmen, für Master- sowie MBA-Programme insgesamt je nach Fach zwischen 24.300 und 44.550 Euro.

Internationalität ist die Stärke der Webster University, an der Englisch Unterrichtssprache ist. Die Studierenden kommen aus über 70, Lehrende und Mitarbeiter aus über 30 Ländern. 2015 feiert die in St. Louis (USA) beheimatete Einrichtung ihr 100-jähriges Bestehen, außerhalb der USA unterhält sie Niederlassungen in der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, China, Thailand und seit 2013 auch in Ghana.

Johannes Pollak, Vorsitzender des Fakultätssenats und Politikwissenschafter, hob die gegenüber öffentlichen Universitäten weit bessere Lehrer-Studenten-Relation (1:11) als großes Plus hervor. Die Studienprogramme konzentrieren sich auf Wirtschaft, internationale Beziehungen, Psychologie und Medien. Pollak wies aber auch auf Forschungsschwerpunkte hin, etwa zur europäischen Integration, zu den transatlantischen Beziehungen, zur Wirtschaftsethik und in den Neurowissenschaften. Medial verfüge man über modernstes Equipment. Lehrveranstaltungen können von anderen Webster-Standorten in Video-Konferenz-Klassenzimmer übertragen werden, für die Medienausbildung stehen Fernsehstudios, ein Schnittraum sowie ein Ton- und Radiostudio bereit.

Pollak wünscht sich mehr Kooperation mit öffentlichen Unis, aber auch mehr Chancengleichheit mit ihnen, zum Beispiel beim Zugang zu Forschungsgeldern. Öffentliche Unis könnten auch ihre eigenen kostenpflichtigen Lehrgänge wie etwa MBA-Programme ohne Zulassungsverfahren, wie es Privatuniversitäten vorgeschrieben ist, anbieten. Für die Attraktivität der Privatuniversitäten spreche der deutlich höhere Zuwachs an Studierenden in den letzten Jahren.