Wien. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geht mit einem Globalbudget von 315 Millionen Euro in die Jahre 2015 bis 2017. Die am Donnerstag von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner und ÖAW-Präsident Anton Zeilinger unterzeichnete zweite Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund und der ÖAW sieht somit eine Steigerung um 17 Prozent gegenüber der ersten Leistungsvereinbarung (2012-2014) vor, die mit einem Budget von 267 Millionen Euro verbunden war.

Aus Sicht Mitterlehners ist die ÖAW angesichts der Inflationsentwicklung sehr gut ausgestattet und in der Forschung sehr erfolgreich. Mit einer Drittmittelquote von fast 40 Prozent und 22 ERC-Grants stehe sie in einer Reihe mit den besten Universitäten im Land. Das neue Budget sei eine "solide Basis" und gebe der ÖAW Planungssicherheit. Wesentlich sei eine Steigerung der "Wettbewerbs- und Innovationsorientierung". In einen neuen "Innovationsfonds" sollen jährlich steigende Anteile aus dem Globalbudget fließen, 2015 ein Prozent, 2016 zwei und 2017 drei Prozent. Mit diesem Geld will man im Wettbewerb gute Ideen fördern - sowohl aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich als auch aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. "Wir wollen der Kreativität keine Grenzen setzen", erklärte Zeilinger.

Die neue Vereinbarung ermöglicht der ÖAW einen flexibleren Umgang mit ihren Mitteln, wobei sie über deren Verwendung, so Zeilinger, natürlich "knallhart Rechenschaft legen" müsse. Die Bewilligungsrate für Doktoratsstipendien lag zuletzt nur bei 14 Prozent. Im Falle vieler exzellenter Anträge hält Zeilinger ein Umschichten zu mehr Stipendien für denkbar. "Wir wollen das auf 25 bis 30 Prozent erhöhen", sagte er.

Ein neues Bonussystem soll bereits die Antragstellung beim europäischen Forschungsprogramm "Horizon 2020" belohnen. Für den Bereich Digitale Geisteswissenschaften hat die ÖAW ein eigenes Zentrum eingerichtet, um in Kooperation mit anderen Institutionen eine österreichische Zukunftsstrategie auf diesem Gebiet zu entwickeln. Aus Mitteln der Nationalstiftung sowie aus dem Globalbudget stehen dafür bis 2017 6,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Akademie will auch den Wissenstransfer vorantreiben, dazu gehören Stellungnahmen unter dem Motto "Wissenschaft für Politik". Zeilinger nannte konkrete Themen, an denen man bereits arbeite, "Nachhaltige Mobilität" verbunden mit Energie- und Umweltfragen und "Digitaler Stillstand", wobei es darum geht, wie Katastrophen vermieden beziehungsweise bewältigt werden können.

An der ÖAW arbeiten etwa 1400 Personen, das neue Budget beseitigt Sorgen, es könnte einen Personalabbau geben. Die Struktur der heutigen Institute ist aus Sicht Zeilingers gesichert. Laut Mitterlehner wird überlegt, das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI), derzeit eine nachgeordnete Dienststelle des Wissenschaftsministeriums, in die ÖAW einzugliedern.

Nun geht es um die Unis

Bis Jahresende will Mitterlehner noch das Globalbudget für die Leistungsvereinbarungen zwischen den 21 Unis und dem Bund für 2016 bis 2018 fixieren. Die Universitätenkonferenz forderte zuletzt eine Budgetsteigerung um eine Milliarde Euro, aus Mitterlehners Sicht sind rund 615 Millionen Euro realistisch. Es werde eng, aber er gehe davon aus, dass eine Lösung gelingt, sagte Mitterlehner.