London. (dpa) Ein Genetiker, der eine riesige Ethik-Debatte auslöst, eine Frau, die gegen sexuelle Belästigung an Unis kämpft, und ein Atom-Experte, dem große Diplomatie gelingt: Sie zählen aus Sicht des britischen Wissenschaftsmagazins "Nature" zu den zehn bedeutenden Menschen 2015.

Die Diplomatin Christiana Figueres hätte als Leiterin des UN-Klimasekretariats entscheidend zum Weltklimavertrag von Paris beigetragen, betont die Jury. Der Vertrag soll die Menschen vor den schlimmsten Folgen der Erderwärmung bewahren. Der chinesische Genetiker Junjiu Huang wiederum wird geehrt, weil er kaum lösbare ethische Fragen aufwirft. Er und sein Team haben Embryo-Gene manipuliert mit dem Ziel, Krankheiten zu verhindern. Huang sieht seine Forschung auch als Warnung, dass die Methode (noch) alles andere als sicher ist.

Dem Nasa-Planetenforscher Alan Stern, einer der Köpfe hinter der "New Horizons"-Mission zum Zwergplaneten, hat die Welt beeindruckende Bilder vom Zwergplaneten Pluto zu verdanken. Zhenan Bao hingegen lässt künstliche Haut fühlen: Er und seine Kollegen haben Haut aus winzigen Kohlenstoff-Nanoröhrchen geschaffen, die ohne allzu großen technischen Aufwand Druck "spüren" und Signale ans Gehirn weiterleiten kann.

Erfolgreiche Österreicher


Weiters hebt "Nature" Ali Akbar Salehi, Chef des iranischen Atom-Programms, hervor für seine diplomatischen Leistungen im Atom-Abkommen mit dem Iran. Eine wichtige Rolle spielte auch die Astronomin Joan Schmelz, die mehrere Frauen ermutigte, über sexuelle Belästigung zu sprechen.

Nicht von "Nature" erwähnt und dennoch erwähnenswert: Unter den 3100 am häufigsten zitierten Wissenschaftern 2015 finden sich 20 in Österreich tätige Forscher. Am stärksten präsentieren sich in der Liste des Nachrichtenkonzerns Thomson Reuters Physiker in Wien und Innsbruck.