Wien. (gral) "Wer gut ist, gewinnt. Wer besser ist, gewinnt stärker" - frei nach diesem Motto forderten die beiden Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, am Mittwoch vor Journalisten die heimischen Universitäten und Bundesländer dazu auf, "sich noch mehr dem Wettbewerb um Drittmittel" zu stellen. Diesbezüglich erfolgreich zeigen sich vor allem die drei technischen Universitäten - WU Wien, TU Graz und Montanuniversität Leoben -, bei den Bundesländern seien Wien, Steiermark und Oberösterreich die "starken Player", lautete der gemeinsame Tenor.

"Ich wünsche mir, dass noch mehr Hochschulen aus der Komfortzone herauskommen und Drittmittel einwerben, da geht noch mehr", betonte Egerth. Sie erhofft sich dadurch kräftigere Impulse für die österreichische Wirtschaft. Vor allem in niederschwelligeren Bundesländern wie dem Burgenland werde überlegt, wie man dort Innovation fördern könne. In den vormals schwächeren Bezirken Ried im Innkreis (Oberösterreich) und Jennersdorf (Burgenland) sei dies etwa schon gelungen.

Geld wäre gut platzierbar


Im vergangenen Jahr 2015 hat die FFG 465 Millionen Euro an Förderungen für neue und laufende Projekte ausbezahlt. Im Jahr davor waren es im Vergleich dazu 460 Millionen, zogen die beiden Geschäftsführer Bilanz. Rund 2800 Projekte mit einer Gesamtförderung von 473 Millionen Euro wurden neu bewilligt. Während das Budget der direkten Forschungsförderung seit etwa acht Jahren eine "stabile Seitwärtsbewegung", so Egerth, aufweise, hätte die FFG ihr Gesamtportfolio mit den Gutachten für die Forschungsprämie, der Abwicklung der Breitbandmilliarde und weiteren Initiativen deutlich ausbauen können.

Von den Förderzusagen gingen 326 Millionen Euro an Unternehmen, 71 Millionen an Forschungseinrichtungen und 63 Millionen an Hochschulen. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an den FFG-Förderungen lag bei 73 Prozent, lautet die Bilanz. Inhaltlich lagen die Schwerpunkte der Fördertätigkeit auf Produktion, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Energie und Umwelt.

Die Vorschau für das laufende Jahr geht von Förderzusagen in Höhe von 529 Millionen Euro und Auszahlungen in Höhe von 440 Millionen Euro aus. "Wir können aber nicht alles bedienen, müssen gut bewertete Projekte auch ablehnen", betonte Egerth. "Mehr Geld wäre im österreichischen Innovationssystem gut platzierbar."

Dafür hofft die FFG auf Druck von unten. Mit einer steigenden Nachfrage nach Förderungen könnte man der Bundesregierung aufzeigen, welche Möglichkeiten es gebe", betonte Klaus Pseiner.