Wien. Die aus herausragenden Nachwuchsforschern zusammengesetzte "Junge Kurie" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) warnt in einem Offenen Brief vor einer "ernst zu nehmenden Gefährdung des Forschungsstandort Österreich". In dem "Hilferuf" begründen sie dies mit der "Geldnot" des Wissenschaftsfonds FWF und den daraus resultierenden, geänderten Antragsrichtlinien.

Die Wissenschafter verweisen auf die wichtige Rolle des FWF, der die Basisfinanzierung für Grundlagenforscher in Österreich sichere und helfe, "diese so kompetitiv zu machen, dass österreichische Forschungsgruppen in der Regel wesentlich mehr Mittel aus der europäischen Forschungsförderung lukrieren als die Republik Österreich in diese einzahlt". Der positiven Entwicklung stehe die Finanzierung des FWF "diametral entgegen": Eine steigende Anzahl von international hervorragend begutachteten Anträgen treffe auf ein seit Jahren stagnierendes FWF-Budget: "Die Förderung richtungsweisender Ideen wird damit immer häufiger abgelehnt", heißt es.

Finanzierung unangemessen


Nach den neuen Antragsrichtlinien seit 1. April dürfen Forscher nur maximal zwei Einzelprojekte beim FWF haben und auch die Mitarbeiterzahl in Projektanträgen ist auf zwei limitiert. Dadurch würden unwissenschaftliche Kriterien zur Bewertung wissenschaftlicher Ideen eingeführt, kritisiert die "Junge Kurie".

"Wird nichts gegen die prekäre finanzielle Lage des FWF unternommen, fehlen essenzielle Perspektiven für die besten Nachwuchswissenschafter. Dann wird Österreich an Attraktivität für die Spitzenforscher verlieren", warnt die "Junge Kurie", die für "eine kritische Revision der aus Geldnot getroffenen Strukturänderungen beim FWF, sowie für eine dem reichen Land Österreich angemessene Förderung der Grundlagenforschung" plädiert.