Wien. (est) Erstmals fließt Geld aus dem "Österreich-Fonds" in das Forschungssystem. Der Fonds speist sich aus dem neuen 55-Prozent-Steuersatz für Einkommensanteile von über einer Million Euro. Nun schüttet er über die Nationalstiftung für Forschung 33,7 Millionen Euro an Wissenschaftsinstitutionen des Bundes aus.

Damit werden die heuer geringen Stiftungserträge zum Teil kompensiert. Der für die Förderung der Grundlagenforschung zuständige Wissenschaftsfonds FWF, der aus Budgetnöten laufend seine Bewilligungsquoten senken muss, erhält 13 Millionen Euro. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG für angewandte Forschung wird mit 11,2 Millionen bedacht. 5 Millionen bekommt das Austria Wirtschaftsservice, 2,5 Millionen die Christian Doppler Gesellschaft und 2 Millionen die Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

Bestehende Strukturen nutzen


"13 Millionen sind mehr als fünf Prozent des Geldes, das wir jährlich vergeben können. Das ist allererste Sahne", betonte Dorothea Sturn, kaufmännische Vizepräsidentin des FWF. "Offenbar gab es doch einen politischen Konsens, zusätzliches Geld für die Forschung aufzubringen, das ist ein Kraftakt und ein Signal", sagte Sturn zur "Wiener Zeitung".

Mit dem Geld will der FWF ein Nachfolgeprogramm für die Doktoratskollegs (Doc Funds) aufbauen und das Lise Meitner Programm für Forscher, die aus dem Ausland zurückkehren, ausbauen. "Wir stärken die Grundlagenforschung im Rahmen der Möglichkeiten", betonte Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Die Nationalstiftung wird seit 2003 aus Zinserträgen der Oesterreichischen Nationalbank und des ERP-Fonds gespeist. In den Anfangsjahren stellte sie jährlich 125 Millionen Euro zur Verfügung, 2016 schütte sie nur mehr 18 Millionen Euro aus. Der Österreich-Fonds soll nun "bestehende Strukturen" nutzen.