Klosterneuburg. Den Forschergruppen des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg wird in einer Evaluierung eine "hervorragende Entwicklung" bescheinigt. Die Einwerbung von externen Mitteln sei zudem "höchst beeindruckend". Kritisch sieht die Analyse, die am Dienstag dem Ministerrat vorgelegt wurde, allerdings die "räumliche Trennung" von Einrichtungen in Wien. Diese zweite Evaluierung des IST Austria umfasst die Jahre 2011 bis 2015 und legte einen Schwerpunkt u.a. auf Ertrag und Qualität der wissenschaftlichen Arbeit und Berufungen. Sechs renommierte Wissenschafter unter der Leitung des Chemie-Nobelpreisträgers (2006) Roger Kornberg von der Stanford University führten die alle vier Jahre gesetzlich geforderte Prüfung durch.

Aus externen Quellen konnten 55 Millionen Euro an Förderungen und 17,5 Millionen an Spenden eingeworben werden. Als "bemerkenswert" bezeichneten die Prüfer die Erfolgsquote von 44 Prozent bei der Bewerbung um europäische Forschungsmittel. Rund 200 Veröffentlichungen im Jahr 2015 würden etwa fünf Publikationen pro Professur bedeuten und seien "ein beeindruckendes Zeichen für die Gesamtproduktivität".

Hohes Ansehen durch Junge


Standort, Campus und Gebäude seien "ansprechend", doch die Anbindung an die Öffentlichen und die Unterbringung vor Ort seien "verbesserungswürdig", so der Bericht. Überdies empfehlen die Prüfer die Schaffung einer "Chemie-Biochemie-Molekularbiologie-Abteilung von Weltrang". Auch solle sich das IST Austria verstärkt um junge, aber bereits etablierte Forscher bemühen, um hohes internationales Ansehen zu erlangen. Zuletzt machte das Institut im Rahmen der Verleihung des Wittgensteinpreises auf sich aufmerksam: Der mit dem Austro-Nobelpreis ausgezeichnete Hirnforscher Peter Jonas ist seit 2010 Professor am IST Austria.