Stephen Hawkins tüftelt an Flugkörpern, die Alpha-Centauri (Bild) erreichen können. - © ESO/D. Martin
Stephen Hawkins tüftelt an Flugkörpern, die Alpha-Centauri (Bild) erreichen können. - © ESO/D. Martin

(RHK) Jahre sind der Maßstab, in dem Astronomen Entfernungen im Weltraum angeben. Das superschnelle Licht ist mit einer Geschwindigkeit von 300.000 Kilometern in einer einzigen Sekunde unterwegs. Vom nächsten Stern Proxima Centauri braucht es trotzdem fast vier Jahre und drei Monate bis zu uns. Dieser Stern ist also etwas mehr als 4,2 Lichtjahre von uns entfernt.

Planetenjäger messen zum Beispiel wie bei Proxima Centauri winzige Änderungen der Geschwindigkeit, mit der sich der Stern auf unser Sonnensystem zubewegt. Kreist ein Planet um eine Sonne, zerrt seine Schwerkraft an ihr. Befindet sich dieser Himmelskörper aus unserer Sicht ein wenig hinter Proxima Centauri, bremst er dessen Geschwindigkeit in unsere Richtung minimal. Und steht der Planet ein wenig vor seiner Sonne, beschleunigt er sie ein klein wenig auf uns zu. Ändert sich diese "Radialgeschwindigkeit" in einem bestimmten Rhythmus, kreist vermutlich ein anderer Himmelskörper um diesen Stern.

Bisher wurden einige tausend Exoplaneten entdeckt. Der nächste war bisher der von Artie Hatzes entdeckte Epsilon Eridani b, der mit gut zehn Lichtjahren viel weiter als Proxima Centauri b von der Erde entfernt ist. Bei Epsilon Eridani b handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Gasplaneten, der fast die 500-fache Masse der Erde hat und damit größer als der Planet Jupiter ist. Epsilon Eridani b ist riesengroß, Leben auf diesem Planeten ist unwahrscheinlich.

An unbemannten Missionen zu Proxima Centauri tüftelt etwa der bekannte Astrophysiker Stephen Hawkins. Im Projekt "Breakthrough Starshot" will er in 20 Jahren Kleinstraumflugkörper entwickeln, die mit Lasern auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigt werden und so Proxima Centauri und das benachbarte Doppelstern-System Alpha-Centauri in ungefähr 20 weiteren Jahren erreichen könnten. Dort sollen Bilder aufgenommen werden, die zur Erde mit Lichtgeschwindigkeit zurückübermittelt werden, was noch einmal mehr als vier Jahre dauert. Die geschätzten hundert Millionen US-Dollar für das Projekt will der russisch-amerikanische Internet-Milliardär Juri Milner zur Verfügung stellen.