Wien. (gral) Forschende Unternehmen scheinen besondere Vorteile von ihrem Tun zu haben. Einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zufolge hätten diese ein höheres Umsatz-, Beschäftigungs- und Investitionswachstum als Firmen, die nicht forschen, hieß es am Donnerstag im Rahmen der jährlichen Bilanzpressekonferenz der Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Die Förderstelle ist auch auf der Suche nach solchen Wachstumstreibern, betonte FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth, wobei sie ihre Institution als "Feinkostladen" sieht, der eine ganz spezielle Klientel bedient und nicht nach dem "Gießkannenprinzip" Fördergelder verteilt.

Im Jahr 2016 wurden Förderungen in Höhe von 458 Millionen Euro für laufende und neue Projekte ausgezahlt und 615 Millionen Euro für 3307 Projekte neu bewilligt. Knapp ein Viertel der Gesamtförderung floss in Projekte aus dem Produktionsbereich (119 Millionen), gefolgt von den Informations- und Kommunikationstechnologien (106 Millionen), Energie und Umwelt (88 Millionen) sowie Mobilität (60 Millionen Euro).

Bei den Bundesländern führen weiterhin die Bundeshauptstadt Wien, Oberösterreich und die Steiermark, wobei Niederösterreich im Aufholen begriffen sei, betonte Egerth. "Ohne die Förderung könnten viele kleine Unternehmen gar nicht wachsen", betonte die Geschäftsführerin. Und die Studie des Wifo zeigt die Auswirkungen auf die Betriebe sehr deutlich.

Durch Wifo-Studie bestätigt


Sowohl über die Zeit, also in Krisen- und Wachstumsphasen, als auch unabhängig der Betriebsgröße bestehe ein positiver Zusammenhang zwischen der F&E-Aktivität eines Unternehmens und dem Beschäftigungswachstum, betonte Studienautor Martin Falk im Rahmen der Präsentation. In der FFG sieht man sich durch diese Studie bestätigt. 10.000 Arbeitsplätze würden pro Jahr direkt über geförderte Projekte finanziert. Und die Nachfrage nach Förderungen sei anhaltend hoch.

Das Budget der Institution sei seit mehreren Jahren in einer "konstanten Seitwärtsbewegung", betonte Egerth. Werden die von der Regierung in Aussicht gestellten zusätzlichen F&E-Mittel umgesetzt, komme es im Jahr 2018 zu einer "substanziellen Stärkung" des FFG-Budgets.

Die geplanten zusätzlichen Mittel würden, wie Geschäftsführer Klaus Pseiner betonte, ein Budget-Plus von immerhin 14 Prozent bedeuten. Mit ihren Förderungen will die FFG künftig auch den Dienstleistungssektor bedienen, hieß es seitens der beiden Geschäftsführer. So gelte es, Dienstleistungs- und Sozial-Innovationen sowie niederschwellige Formate auszubauen, um noch mehr Akteure in das gesamte Innovationssystem zu bringen.