So ähnlich könnte sich der LSD-Entdecker auf seiner geschichtsträchtigen Fahrradfahrt gefühlt haben. - © Twitter/ @JarodGetchell
So ähnlich könnte sich der LSD-Entdecker auf seiner geschichtsträchtigen Fahrradfahrt gefühlt haben. - © Twitter/ @JarodGetchell

Wir haben alle unsere Tage. Nur nimmt niemand Notiz davon. Ganz anders liegt der Fall bei Albert Hofmann, der sich heute vor 74 Jahren auf's Rad setzte. "Mit Velo nach Hause", notierte er, denn er war Schweizer. "Von 18 - ca. 20 Uhr schwerste Krise. ... Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte ... Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen." Und nach zwei Stunden Fahrt schloss der Mann: "Die Nachbarsfrau […] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze..."

Der Chemiker hatte im Alter von 37 Jahren die Droge LSD entdeckt und im Selbstversuch in freier Radfahrt getestet. Seitdem wird in gewissen Kreisen der "Bicycle Day" begangen. Er trägt den Untertitel "Albert Hofmann auf Fahrradtour". Was er vor seiner historischen Fahrradfahrt nicht wusste war, dass er die Wirkung des LSD unterschätzt hatte und sich mit 250 Mikrogramm das ca. Fünffache einer normal wirksamen Dosis verabreichte. Bereits seit Jahren hatte er mit Lysergsäurediethylamid (die chemische Bezeichnung von LSD) experimentiert.

Im Verlauf des Rausches ging es Hofmann besser. "Jetzt begann ich allmählich, das unerhörte Farben- und Formenspiel zu geniessen, das hinter meinen geschlossenen Augen andauerte", notierte er in seinem Protokoll zum LSD-Selbstversuch. Gestorben ist der Chemiker im Alter von 102 Jahren in der Schweiz an den Folgen eines Herzinfarkts.