Wien. Zehn in Österreich tätige Wissenschafter erhalten einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). In Summe bekommen 329 Personen den jeweils mit bis zu zwei Millionen Euro dotierten Förderpreis, gab der ERC am Dienstag bekannt. Die Förderung soll den Preisträgern ermöglichen, ihre Position als eigenständige Forscher zu konsolidieren. Die meisten der neuen Preisträger arbeiten in Großbritannien, gefolgt von Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. In Summe schüttet der ERC in der aktuellen Antragsrunde 630 Millionen Euro aus. Die EU fördert damit Grundlagenforschung in Europa. Vergeben werden Starting Grants und Consolidator Grants für Nachwuchs- und Advanced Grants für etablierte Forscher.

Breites Spektrum


Von den zehn Consolidator Grants gehen je zwei an Forscher der von der Uni Wien und Medizinuni Wien getragenen Max F. Perutz Laboratories (MFPL) und der Technischen Universität (TU) Wien. Claudine Kraft vom MFPL beschäftig sich mit der Autophagie, der zellulären Müllentsorgung. Alwin Köhler forscht an sogenannten Kernporenkomplexen, die den gesamten Verkehr, der in und aus dem Zellkern fließt, kontrollieren. Aleksandr Ovsianikov von der TU will aus dem 3D-Drucker biologisches Gewebe wachsen lassen, sein Kollege Matteo Maffei will die Sicherheit für Internet-Browser erhöhen.

Sylvia Cremer-Sixt vom Institute of Science and Technology Austria beschäftigt sich mit der Abwehr von Krankheiten in sozialen Gruppen, Paolo Falcaro von der TU Graz mit kristallinen Materialien. Daniel Kiener von der Montanuni Leoben forscht an neuen Nanoverbundwerkstoffen, Stefan Kubicek vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin an Stoffwechselprozessen im Zellkern. Grants erhalten auch die Wissenschaftshistorikerin Maria Rentetzi für Arbeiten an der Uni Wien und Stefan Müllegger von der Uni Linz.