New Delhi. (est) Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) verlangt in seiner "Empfehlung zum Doppelbudget 2018/19" mehr Mittel für Hochschulen und Forschung, Schulen und Kindergärten sowie Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz. Anlass sei ein "Hilferuf aus den Ressorts" gewesen, dass die Budgetverhandlungen noch in dieser Woche abgeschlossen werden sollen und es "für den Bereich Wissenschaft und Forschung nicht gut aussieht", sagte Ratsvorsitzender Hannes Androsch Sonntagabend vor Journalisten am Rande einer Studienreise des RFT nach Indien: "Die Verwirklichung wesentlicher bildungs- und forschungspolitischer Ziele hängt direkt von der Prioritätensetzung in diesem Budget ab."

Androsch: Budgeterhöhung
für die Unis reicht nicht aus


Zu den Prioritäten zählen laut Forschungsrat die auslaufende "Forschungsstrategie 2020" der alten Regierung, die noch immer viele offene Punkte aufweise, und die Erstellung einer neuen Strategie, deren Umsetzungsfähigkeit von ihrer Finanzierung abhänge.

Erst im Sommer 2017 wurde eine Erhöhung des Universitätsbudgets um insgesamt 1,3 Milliarden Euro für die Leistungsvereinbarung 2019-21 beschlossen. Nach derzeitigen Plänen sollen davon 500 Millionen Euro in den Ausbau einer Studienplatzfinanzierung fließen und die restlichen 800 Millionen zur Inflationsabgeltung unter den Unis aufgeteilt werden. Laut dem Forschungsrat könne damit allerdings nur "ein schlechter Zustand erhalten" werden. Androsch empfiehlt eine weitere Erhöhung der Gelder für die Hochschulen sowie zusätzliche Mittel für den Ausbau der kompetitiven Grundlagenforschung zur "Steigerung und Sicherung der wissenschaftlichen Exzellenz".

Derzeit hat der Wissenschaftsfonds FWF, der Grundlagenforschung wettbewerblich finanziert, rund 200 Millionen Euro jährlich zu vergeben. FWF-Chef Klement Tockner wünscht sich 290 Millionen Euro. Der Forschungsrat hebt allerdings hervor, dass selbst eine Verdoppelung der Mittel an die 900 Millionen des Schweizer Nationalfonds nicht herankäme.

Für 2018 und 2019 will die Regierung ein strukturelles Defizit von 0,5 Prozent erreichen. Um diese EU-Vorgabe zu erreichen, sollen 2,5 Milliarden Euro eingespart werden. Bildung und Forschung müssten aus diesem Sparkurs ausgeklammert werden, sonst drohe Österreich gegenüber anderen Ländern weiter zurückzufallen.

"Wenn wir die Botschaft aussenden, dass wir bei Bildung und
Forschung sparen, werden keine exzellenten Leute mehr zu uns kommen, weil sie nicht die nötige Infrastruktur für ihre Forschungsgruppen erwarten können",
warnte der Ratsvorsitzende Androsch.