Wien. (gral) Seinen eingeschlagenen Expansionskurs will das Austrian Institute of Technology (AIT) auch weiterhin fortsetzen, wie Aufsichtsratschef Hannes Androsch am Dienstag bei der Jahresbilanzpressekonferenz vor Journalisten betonte. Stetig steigende Betriebsleistungen haben im Jahr 2017 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in Höhe von drei Millionen Euro hervorgebracht. Zudem hat das Institut in der vergangenen Woche die Mehrheit an der oberösterreichischen Forschungsfirma Profactor übernommen, zeigte sich AIT-Geschäftsführer Anton Plimon erfreut.

Der Expansionskurs sei wichtig, "weil wir damit in Größenordnungen kommen, die ähnliche Einrichtungen in anderen Ländern aufweisen", so Androsch. Als Beispiel nannte er das Paul Scherrer Institut in der Schweiz mit einem Budget von rund 340 Millionen Euro und 2100 Mitarbeitern.

Das AIT hat seine Forschungsarbeit in Wien nun von drei Standorten auf einen gebündelt. In Floridsdorf sind auf 26.000 m2 Fläche mehr als 800 Mitarbeiter tätig. Am AIT-Gelände in Seibersdorf wurde von der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus ein modernes Mehrmieterobjekt eröffnet, das als Erweiterung des Standortes zu sehen ist.

Zwei dominierende Treiber


Am Technologiesektor skizzierte Plimon zwei dominierende Treiber - die Digitalisierung und die Dekarbonisierung -, die in das Kerngeschäft des AIT fallen.

Die finanzielle Basis sieht Finanzchef Alexander Svejkovsky als gesichert und weiter ausbaufähig. Im Detail verwies er auf die Erlöse aus der Auftragsforschung, die von 40,6 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 45,4 Millionen Euro im Jahr 2017 gestiegen sind. Die Auftragsforschung werde "mehr und mehr zu einem wachstumstreibenden Element", so der Finanzchef. Die Zahl der Mitarbeiter konnte um 74 auf insgesamt rund 1300 Personen gesteigert werden.

Auch die wissenschaftliche Performance sei herzeigbar, betonte der wissenschaftliche Geschäftsführer Wolfgang Knoll. Die Zahl der Patente, Publikationen und der Impact Factor seien gestiegen. Er ortet vor allem in den Bereichen Digitalisierung und Dekarbonisierung einen "unglaublichen Wettbewerb um die besten Köpfe". Dieser sei langfristig genauso wichtig wie der Ausbau der Infrastruktur, so Knoll, der von einem "Ineinandergreifen der Maßnahmen" spricht.

Man müsse schon jetzt beginnen, an der Strategie für 2020 bis 2030 zu arbeiten, betonte Androsch. Dabei gelte es allerdings "nicht nur ambitionierte Ziele zu setzen. Denn wir wollen an die Spitze kommen, in Wahrheit fallen wir ab". Worten sollten Taten und Daten folgen, so der Aufsichtsratsvorsitzende.