Wien. Experten suchen nach den optimalen Strategien, um der hohen Sterblichkeit beim Lungenkarzinom durch Prävention, Früherkennung und wirksame Therapiekonzepte begegnen zu können. In dieser Woche findet in Wien erstmals der "Lung Cancer World Summit Vienna 2018" (5. Juli) statt. Daran schließt eine Konferenz deutschsprachiger und chinesischer Spezialisten an (10th Chinese German Lung Cancer Forum).

"Das Lungenkarzinom ist weltweit die gefährlichste Krebsart. Jährlich werden weltweit 1,8 Millionen Neudiagnosen gestellt, und 1,6 Millionen Menschen sterben an der Krankheit. Die Zahl der Tabak-Opfer dürfte laut dem britischen Epidemiologen Sir Richard Peto im 21. Jahrhundert bei steigender Weltbevölkerung die derzeitige Einwohnerzahl Afrikas mit 1,1 Milliarden Menschen erreichen", sagte Robert Pirker, Lungenkrebsspezialist an der Universitätsklinik für Innere Medizin I (MedUni Wien/AKH).

Das enorme Ausmaß des globalen Problems Lungenkrebs weltweit ruft nach multidisziplinären Strategien für eine bessere Krankheitsprävention, für die Sicherstellung einer genauen und frühen Diagnose und für die Gewährleistung einer optimalen Behandlung und Nachsorge - angepasst an die jeweils regional verfügbaren Ressourcen. Pirker und Helmut Prosch (Klinische Abteilung für Allgemeine Radiologie MedUni Wien/AKH) haben deshalb im Rahmen der Central European Lung Cancer Association (CELCA) erstmals den Lung Cancer World Summit Vienna 2018 organisiert.

Probleme bei Therapiemonitoring

"15 Spitzenexperten - Chirurgen, Pulmologen, Pathologen und Onkologen - aus Europa, Asien und dem amerikanischen Kontinent nehmen an diesem Gipfelgespräch teil", wurde Pirker in einer Aussendung zitiert. "Im Speziellen beschäftigen wir uns bei diesem ersten derartigen Treffen mit dem Problem des Monitorings der Therapie bei Lungenkrebspatienten." Im Rahmen der therapeutischen Fortschritte wird es immer wichtiger, Patienten ab der möglichst frühen Diagnose des Lungenkarzinoms engmaschig zu überwachen, um die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen zu evaluieren und auf potenzielle Probleme möglichst schnell reagieren zu können. Bei einer immer größeren Anzahl zur Verfügung stehender Therapien ist die rechtzeitige Auswahl der jeweils individuell am besten geeigneten Behandlungsmethode - inklusive eines Wechsels der Therapie bei Bedarf - von immer größerer Bedeutung.