Tel Aviv/Jerusalem. Der frühere Mossad-Agent Rafi Eitan, der 1960 die Kommandoaktion zur Festnahme des NS-Verbrechers Adolf Eichmann befehligte, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Wie der israelische Rundfunk meldete, starb Eitan am Samstag in einem Krankenhaus in Tel Aviv. Regierungschef Benjamin Netanyahu würdigte den Agenten als "einen der Helden des Geheimdienstes des Staates Israel".

Er habe sich in zahlreichen Fällen um die Sicherheit des Landes verdient gemacht. "Wir betrauern sein Ableben", hieß es in einer Erklärung des Ministerpräsidenten. Eitan wurde in den 1950er Jahren Spion des Auslandsgeheimdienstes Mossad und stieg dort zum Chef der Kommandoaktionen auf. 1960 befehligte er den berühmten Einsatz, der zur Festnahme von Eichmann in Buenos Aires führte.

 Eichmann war einer der entscheidenden Organisatoren des Holocaust. Der SS-Obersturmbannführer und Referatsleiter im Reichssicherheitshauptamt war für die Ermordung von Millionen Juden mitverantwortlich; die Logistik zur Erfassung und Deportation von Millionen Juden in die Vernichtungslager lag in seiner Obhut. Nach dem Krieg geriet Eichmann zunächst in US-Kriegsgefangenschaft, blieb aber unerkannt. Nach gelungener Flucht lebte er erst in Norddeutschland und setzte sich 1950 unter falschem Namen nach Argentinien ab.