Knoblecher kehrte deshalb nach Khartum zurück und fuhr nach Österreich, um Geldspenden zu erbitten und neue Missionare zu gewinnen. Kaiser Franz Joseph I. stellte die Mission unter österreichischen Schutz, und er veranlasste, dass diese vom Sultan all jene Rechte und Privilegien zugesichert erhielt, über die katholische Missionen in den anderen Provinzen des Osmanischen Reiches bereits verfügten, und dass in Khartum ein österreichisches Konsulat errichtet wurde. Nach einer Audienz beim Papst wurde Knoblecher zum apostolischen Provikar ernannt und ihm nun offiziell die Leitung der Mission übertragen.

Hohe Sterblichkeitsrate

Koblechers Schiff, die Stella Matutina.
 - © Archiv
Koblechers Schiff, die Stella Matutina.
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Nach seiner Rückkehr gelang es ihm ein Schiff zu kaufen, das er auf den Namen "Stella Matutina" (Morgenstern) taufte, und Anfang Dezember 1851 segelte er wieder in das Gebiet der Bari, wo er bei der Siedlung Gondókoro ein Grundstück erwarb, um darauf eine Kapelle und eine Unterkunft zu errichten. Den Kauf hatte er mit einer dortigen politischen und religiösen Autorität, einem Bari namens Lútweri, abschließen können. Dessen Enkel Logwit wurde einer der ersten Missionszöglinge der Bari-Gesellschaft und ließ sich von Knoblecher 1855 auf den Namen "Franz Xaver" taufen.

Nun trafen regelmäßig neue Priester, vorwiegend aus Tirol, in Khartum ein, um Missionare zu ersetzen, deren Sterblichkeitsrate im Sudan erschreckend hoch war und schon nach wenigen Monaten Aufenthalt etwa 40 Prozent betraf. Knoblecher half überall, wo es notwendig war. Alfred Brehm, der bekannte Naturforscher, beschrieb ihn als einen vielseitig gelehrten, bescheidenen Mann, der die Zeit nicht mit "nutzlosem und herzlosem Gebetelesen" verbrachte, sondern alle anfallenden Arbeiten selbst verrichtete. Auch bei den Sudanesen war er sehr geachtet und wurde von diesen mit dem Ehrennamen "Abuna Suleiman" ("unser Vater Friedensfürst") bezeichnet.

Mitte September 1857, wieder in Khartum, plante Knoblecher, um weiterhin Öffentlichkeitsarbeit für seine Projekte zu betreiben, nach Rom zu reisen, erkrankte jedoch in Neapel und verstarb im Augustinerkloster am 13. April 1858 im Alter von 38 Jahren an einem Herzinfarkt.

Mit dem Tod dieser hervorragenden Persönlichkeit fehlte der Mission die Seele - und ihre Aktivitäten erlahmten. Auch der Zustrom neuer Missionare versiegte. 1860 wurde Gondókoro geschlossen und der inzwischen 15-jährige Logwit kam auf seinen ausdrücklichen Wunsch mit nach Europa, wo sich in Brixen der Priester Josef Mitterrutzner, ein enger Freund Knoblechers, der damals bereits vierzehn Sprachen beherrschte, seiner annahm.

Über drei Jahre arbeiteten beide, um die Sprachen der Dinka und Bari in zwei Werken zu erfassen, die heute zum Besten gehören, was auf dem Gebiet der afrikanischen Sprachen erschienen ist. Die Anwesenheit Logwits in Brixen war für die Medien sensationell und seine Arbeit wurde öffentlich gewürdigt. Brixen wurde mit diesem jugendlichen "lebendigen Dolmetscher" zu einem Zentrum der österreichischen Afrikanistik in ihrer Frühphase.

Ende der Mission

Im Sudan intensivierten Händler ihre Anschuldigungen, die Missionsstation sei ein Instrument der österreichischen Regierung, um den Südsudan in eine österreichische Kolonie umzuwandeln. Es mag Gedankenspiele von Beamten gegeben haben, den Sudan als Sträflingskolonie zu nutzen, und Glücksritter, die versprachen, mit einigen tausend Soldaten Abessinien für Altösterreich zu erobern, aber es existieren keinerlei Quellen, die staatliche Rücksprachen bestätigen würden.