Im Versailler Vertrag ging das Pachtrecht von Kiautschou und Tsingtau (China) auf Japan über. Der Völkerbund übertrug ihm bisher deutsche Kolonien in Fernost. An den Friedensverhandlungen in Paris wie auch an den Grenzregelungskommissionen waren japanische Diplomaten und Militärs beteiligt. Japans Einfluss in China wurde aber begrenzt und eine Hierarchie der Kriegsflotten mit Japan als nur zweitrangiger Macht begründet. Aus der Sicht der ehrgeizigen Streitkräfte hatte die Taish-Regierung damit den Status verspielt, den Japan am Beginn der Pariser Friedenskonferenz noch hatte. Das beträchtliche Engagement in internationalen Angelegenheiten, dem sich die Regierung seit Ende des Ersten Weltkrieges verschrieben hatte, war weder in militärische Macht noch in diplomatischen Einfluss umzusetzen. Japans Außenpolitik sollte sich ab den 1930er Jahren vermehrt einer aggressiven und expansionsorientierten Politik in Ostasien zuwenden.

Die Zeit von 1916 bis 1926 war ein Jahrzehnt der inneren Wirren in China. Die Zentralgewalt war zerbrochen und es folgte ein langanhaltender Bürgerkrieg. In Peking protestierten am 4. Mai 1919 Studenten gegen die Übertragung von Souveränitätsrechten der Provinz Shangdong an Japan. Die "4.- Mai-Bewegung" griff auch auf andere chinesische Städte über und wandte sich gegen den Konfuzianismus mit seinem Brauchtum, seiner Ehrfurcht und seinem Gehorsam als Legitimation des kaiserlichen China.

Sun Yat Sen baute in Kanton mit Hilfe Moskaus und der Komintern seit 1923 ein revolutionäres Regime auf, welches sich mit der 1921 gegründeten chinesischen KP verbündete. Nach Sun Yat Sens Tod 1925 wurde sein Programm zur Erreichung einer vollständigen Vereinigung Chinas von seinem Gegenspieler General Chiang Kai-shek weitergeführt, der sich beim Machtkampf innerhalb der Nationalisten durchsetzen konnte. Sein Plan, mit Hilfe der jungen "Nationalen Revolutionsarmee" die "Kriegsherren" zu überwältigen und damit China unter eine Zentralregierung zu stellen, stieß von Anfang an auf Tokios Missbilligung.

Allerdings beeinträchtigten die massiven Interventionen japanischer Truppen in der Provinz Shandong die Geschwindigkeit des Nordfeldzuges, konnten jedoch die Eroberung Pekings durch Chiangs Streitkräfte 1928 nicht verhindern.

Während die chinesischen Umwälzungen kaum Wirkungen auf die politische Entwicklung Russlands entfalten konnten, hatten die russische Februar-Revolution und der Oktoberputsch der Bolschewiki von 1917 auf zweifache Weise Auswirkungen auf die politischen Veränderungen in China.

Erstens war der Sturz des Zaren einhergegangen mit dem vorläufigen Ende der russischen Ausdehnung nach Osten. Zum anderen hatte die sowjetische Führung im Mai 1924 alle ungleichen Verträge, die das zaristische Russland mit dem Kaiser von China abgeschlossen hatte, für ungültig erklärt. Am 17. Juli 1924 erkannten sich die UdSSR und die Republik China wechselseitig an und knüpften erstmals diplomatische Beziehungen. Von Peking wurde die Vereinbarung als erster völkerrechtlicher Vertrag bejubelt, den China seit den Opiumkriegen (1839-1842, 1856-1860) auf der Basis der völligen Gleichberechtigung mit einer fremden Macht unterfertigt hatte.

Die Ereignisse in Russland 1917 waren auch für China von entscheidender Bedeutung. Mao (hier mit Landarbeitern während des chinesisch-japanischen Krieges 1937-1945) soll gesagt haben: "Es war der Kanonenschuss der Oktoberrevolution, der uns den Marxismus gebracht hatte." - © afp
Die Ereignisse in Russland 1917 waren auch für China von entscheidender Bedeutung. Mao (hier mit Landarbeitern während des chinesisch-japanischen Krieges 1937-1945) soll gesagt haben: "Es war der Kanonenschuss der Oktoberrevolution, der uns den Marxismus gebracht hatte." - © afp

Zweitens befeuerten die politischen Ereignisse im Oktober in St. Petersburg das Bekanntwerden und die Verbreitung der marxistischen Ideologie in China. Diese Tendenzen trugen zur Gründung einer neuen politischen Bewegung bei, nämlich jener der Kommunisten, die die chinesische Geschichte in Folge entscheidend prägen sollten. Mao Zedong soll gesagt haben: "Es war der Kanonenschuss der Oktoberrevolution, der uns den Marxismus gebracht hatte." Die Machtübernahme der bolschewistischen Putschisten war für die chinesischen Kommunisten Motivation und Stimulation zugleich. Im Juli 1921 gründen sie in Shanghai die Kommunistische Partei Chinas (KPCh). Mao war einer von 21 Gründungsmitgliedern.