Reprise in Alexandrien

Von Ismailia, einer im Zuge des Suezkanalbaus entstandenen Wüstensiedlung, zeigt sich der Reisende regelrecht angeödet. Beda Dudík, der Begleiter Kaiser Franz Josephs I. bei der Kanaleröffnung 1869, hatte diese Ansammlung von Holzhäusern im Schweizerhausstil eine oasenhafte "Wunderschöpfung" genannt. Schrammel beklagt nüchtern, dass es hier kaum Landsleute gebe und man auf die Passagiere von anhaltenden Schiffen angewiesen sei.

So kam es schließlich noch zu einer Reprise in Alexandrien und, nach der Querung des Mittelmeers, zu zwei Zugaben in Pula und Triest, bevor man sich per Eisenbahn wieder in Richtung Wien begab. Am 11. Mai 1871 kommen Onkel, Tante und der inzwischen 19-jährige Neffe gesund wieder in ihrer Heimat an.

Schrammels Aufzeichnungen ist mitunter schwer zu folgen - vieles musste im Zuge der Edition über aufwendige Recherchen erschlossen werden. Dass der später berühmt gewordene Volksmusiker über seine kuriose Reise überhaupt einen Bericht zusammengestellt hat, verdanken wir wohl einem Bedürfnis nach "ritueller Besiegelung". Denn es waren keineswegs nur die Lockungen einer ungewöhnlichen Verdienstmöglichkeit, die den jungen Musikus in die Ferne gezogen hatten.

Der ältere Bruder Johann leistete zur selben Zeit gerade seinen Militärdienst; Josef hingegen war untauglich. Die vermutlich vom Onkel eingefädelte Reise in den Vorderen Orient samt dortiger beruflicher Bewährung diente offenbar als eine Art Mannbarkeitsritual. Den weiteren beruflichen Weg sollten die zwei Brüder bald gemeinsam bestreiten.