Rom. Wie der italienische Renaissance-Maler Raffael aussah, ist aus Porträtbildern bekannt. Ob die sterblichen Überreste in seiner Grabstätte aber tatsächlich zu ihm gehören, war lange nicht bewiesen. Italienische Forscher haben das Geheimnis gelüftet. Sie haben Gesicht des berühmten Künstlers Raffaello Sanzio da Urbino (1483-1520) aus einem Gipsabdruck seines Schädels rekonstruiert. Dank der 3D-Nachbildung könne "zum ersten Mal" mit Sicherheit gesagt werden, dass die im Grab des Pantheon in Rom aufbewahrten Überreste tatsächlich zu Raffael gehörten, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Tor Vergata in Rom.

Detail der "Schule von Athen" (1510-1511) mit Selbstporträt von Raffael links. - © wikimedia commons
Detail der "Schule von Athen" (1510-1511) mit Selbstporträt von Raffael links. - © wikimedia commons

Eine spezielle Technik ermöglichte es dem Team, einzig auf der Grundlage der Morphologie des Schädels das Gesicht eines Menschen zum Zeitpunkt seines Todes nachzubilden. Das entstandene Abbild des im Alter von 37 Jahren in Rom verstorbenen Malers stimme klar überein mit den Selbstporträts des Künstlers sowie Raffael-Porträts von anderen Malern, erklärt der Molekularbiologe Mattia Falconi.

Da bei Ausgrabungen mehrere Skelette entdeckt worden waren, gab es bisher Zweifel, ob die im Pantheon vergrabenen Knochen wirklich zu Raffael gehörten. Etwa konnten einige der Überreste den Schülern des Künstlers zugeordnet werden - andere blieben unidentifiziert. Eine auf der Grundlage der Rekonstruktion geschaffene Büste Raffaels soll nun im Geburtshaus des Malers im italienischen Urbino ausgestellt werden. Heuer wurde an den 500. Todestag des Meisters erinnert, der zusammen mit Leonardo da Vinci und Michelangelo zu den großen Künstlern der Renaissance-Epoche zählt.(apa/est)