US-Experten haben das Geheimnis der zweiten im Sockel einer Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee gefundenen Zeitkapsel gelüftet. Die mehr als 130 Jahre alte Kupferkiste wurde am Dienstag in Richmond von Konservatoren der Behörden des US-Staates Virginia vor laufenden Kameras geöffnet. Sie enthielt unter anderem Munition aus dem Bürgerkrieg, Banknoten und Münzen, Knöpfe und eine in schwarzes Leder gebundene Bibel.

Außerdem wurden eine kleine Konföderierten-Flagge, ein aus Holz geschnitztes Freimaurersymbol und eine 1884 erschienene Ausgabe des Buches "Detailed Minutiae of Soldier Life in the Army of Northern Virginia" von Carlton McCarthy entdeckt.

Die Zeitkapsel enthielt jedoch nicht wie in einem zeitgenössischen Zeitungsartikel beschrieben ein seltenes Bild des ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln in seinem Sarg von 1865. Stattdessen stießen die Experten auf einen Stich aus der "Harper's Weekly", der eine weinende Frau neben Lincolns Sarg zeigt.

Der Inhalt war trotz eines kleinen Wasserschadens relativ gut erhalten. "Er ist in besserem Zustand, als wir erwartet hatten", sagte die Konservatorin Kate Ridgway. "Wir dachten, es wäre eine einzige Suppe. Aber es ist keine Suppe, das ist großartig."

Die Kupferkiste war am Montag entdeckt worden. Wenige Tage zuvor war bereits eine erste Zeitkapsel im Sockel der abgebauten Statue des Konföderierten-Generals in der Stadt Richmond gefunden worden.

Die Reiterstatue war 1890 zu Ehren des Konföderierten-Generals Robert E. Lee in der ehemaligen Hauptstadt der Südstaaten in Richmond errichtet worden. Im September wurde sie nach Anti-Rassismus-Protesten entfernt. Während des Bürgerkriegs in den 1860er Jahren spaltete sich der konföderierte Süden von den USA ab und kämpfte für die Aufrechterhaltung der Sklaverei, die damals im Rest des Landes abgeschafft war. (apa / afp)