Pompeji beschert den Archäologen immer wieder Überraschungen. Unter dem Lehmboden einer Werkstatt ist eine gut erhaltene Schildkröte mit ihrem Ei entdeckt worden. Dabei handelt sich um eine kleine Landschildkröte, deren Ei nie gelegt wurde, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Der Panzer sei fast ganz intakt.

"Die Schildkröte war offensichtlich in die Werkstatt eingedrungen und hatte sich dort in einer geschützten Ecke eine Höhle gegraben, in der sie ihr Ei ablegen konnte. Dies misslang, was möglicherweise ihren Tod verursachte", berichtete die italienische Anthropologin Valeria Amoretti.

Der Fund ist einem Forschungsprojekt der Università Orientale in Neapel, der Freien Universität Berlin und der Universität Oxford zu verdanken, bei dem die Überreste eines wohlhabenden Hauses untersucht wurden. "Pompeji ist eine Schatulle voller Schätze der Geschichte, die die Welt fasziniert", lobte der italienische Kulturminister Dario Franceschini den Fund.

Ökosystem der Stadt veränderte sich

"Die Schildkröte ist ein wichtiger Fund, der ein Fenster auf die letzten Lebensjahre der Stadt öffnet, die Jahre nach dem Erdbeben, in denen ganz Pompeji zu einer großen, pulsierenden Baustelle wurde", erklärte der Direktor des archäologischen Parks, der deutsche Kulturmanager Gabriel Zuchtriegel. In diesen Jahren veränderte sich das Ökosystem der Stadt und Tiere drangen auch auf den Baustellen oder in Werkstätten ein, die mitten im Zentrum lagen.

Die antike Stadt Pompeji liegt am Fuße des Vulkans Vesuv. Bei Ausbrüchen im Jahr 79 nach Christus hatten Asche, Schlamm und Lava die Siedlungen unter sich begraben und die Stadt teils konserviert. Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die Ausgrabungsstätte gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Italien und bringt immer wieder sensationelle Funde zutage. (apa)