Tyrannosaurier wie der T-Rex waren nicht die einzige Gruppe riesiger, fleischfressender Dinosaurier mit unverhältnismäßig kurzen Armen. Es gab auch Meraxes gigas, der sich unabhängig entwickelt haben soll. Kurze Arme dürften somit von Vorteil gewesen sein. Im Fachblatt "Current Biology" unterbreitet ein US-argentinisches Team mögliche Funktionen.

"Das Fossil von Meraxes gigas, das 2012 in Patagonien gefunden wurde, zeigt Bereiche des Skeletts wie Arme und Beine in einmaliger Vollständigkeit. Es hilft, die Anatomie der Carcharodontosauriden zu verstehen", wird Juan Canale vom Paläontologischen Museum in Neuquén in einer Aussendung der University of Minnesota zitiert. Tyrannosaurus Rex hatte seine kurzen Arme aber nicht von Meraxes gigas oder umgekehrt. Denn der T-Rex trat erst 20 Millionen Jahre nach dem Aussterben des Meraxes gigas auf, und die Stammbäume lagen weit auseinander. "Es gibt keine direkte Beziehung", so Canale. Der Paläontologe geht davon aus, dass die winzigen Arme einen Überlebensvorteil brachten. "Das Skelett zeigt große Muskelansätze und voll entwickelte Brustgürtel." Die Arme schrumpften somit nicht, weil sie nutzlos waren. Bekannt war, dass sie bei beiden umso kleiner wurden, je größer der Kopf war. Für die Jagd waren sie wenig nützlich, weil die Räuber dazu höchstwahrscheinlich nur das Maul benutzten.

Der fossile Meraxes gigas wurde 45 Jahre alt, war elf Meter lang, wog vier Tonnen und er hatte eine große Familie. "Die Gruppe erreichte kurz vor ihrem Aussterben einen Höhepunkt der Vielfalt", so Canale. "Sie könnten die Arme zur Fortpflanzung benutzt haben, etwa um das Weibchen während der Paarung zu halten oder sich nach einem Sturz aufzurichten." Da den Schädel Kämme, Furchen und Hörnchen zierten, spielte die sexuelle Selektion wohl eine große Rolle.