Eine Luftaufnahme der Synagoge in Limyra. - © Archäologisches Institut
Eine Luftaufnahme der Synagoge in Limyra. - © Archäologisches Institut

Wien. (gral) Mit der Entdeckung einer antiken Synagoge in der Stadt Limyra (Türkei) gelang dem Team um Grabungsleiter Martin Seyer vom Österreichischen Archäologischen Institut ein aufsehenerregender Fund. Es fanden sich viele Fragmente aus Fensterglas und Wandverkleidung aus Marmor. Die Identifizierung als Synagoge gelang den Archäologen durch den Fund von zwei Reliefplatten mit Darstellungen von siebenarmigen Leuchtern (Menora) und der Freilegung eines Wasserbeckens, das als rituelles Tauchbad (Mikwa) erkannt wurde.

Die Grabungsstätte Limyra liegt nahe Antalya in der südwestlichen Türkei und gilt seit 1984 als österreichische Unternehmung. Heute ist sie neben Ephesos das zweite Grabungsunternehmen des Archäologischen Instituts in der Türkei.

Höhepunkt der Forschung


Der Fund gilt als Höhepunkt in der archäologischen Forschung in der Türkei. Dabei handelt es sich erst um die vierte Synagoge Kleinasiens aus antiker beziehungsweise byzantinischer Zeit. Die Mikwa ist darüber hinaus das bisher einzige Beispiel in einem antiken jüdischen Heiligtum auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Bereits jetzt lässt sich absehen, dass es sich bei der Synagoge um ein großes Gebäude handelt. Nächstes Jahr werden die Grabungsarbeiten fortgesetzt.