Madrid. Experten der Vereinten Nationen kritisieren die ungenügende Aufarbeitung der Kriegsverbrechen der Franco-Diktatur (1939-75) durch die spanische Justiz. Es sei "bedauerlich", dass die damals begangenen Kriegsverbrechen bisher ungeahndet geblieben seien. Das berichten spanische Medien unter Berufung auf Experten der UNO-Arbeitsgruppe für gewaltsames und unfreiwilliges Verschwinden (GTDFI).

Ein Grund dafür seien die im Zuge des Übergangs zur Demokratie im Jahr 1977 erlassenen Amnestiegesetze. Die UNO-Experten hatten eine Woche lang Untersuchungen in Katalonien, Andalusien und dem Baskenland durchgeführt. Dabei stellten sie fest, dass die Behörden mehr für die Suche nach den Vermissten des Spanischen Bürgerkriegs (1936-39) und der Franco-Diktatur tun müssten. In den Jahren 1936 bis 1975 verschwanden nach UNO-Schätzungen 114.000 Spanier. Viele der damaligen Entführungen und Kriegsverbrechen seien immer noch nicht aufgeklärt.