Erst war er ein Waisenkind indigener Herkunft in Australien. Dann wurde der um 1885 geborene Douglas Grant adoptiert und arbeitete nach der Schule als Wollprüfer. Im Jänner 1916 meldete er sich zur Armee, wurde erst abgewiesen, da Aborigines nur mit einem Regierungsbescheid das Land verlassen durften, kämpfte aber dann mit Sondererlaubnis in Frankreich. In deutscher Gefangenschaft wurde er von seinen Mitgefangenen zum Vertrauensmann gewählt und diente deutschen Anthropologen, Ärzten und Künstlern als "Studienobjekt". Nach dem Krieg kehrte er heim, Begünstigungen für seinen Kriegseinsatz blieben ihm wie allen anderen indigenen Australiern verwehrt. Douglas Grant starb unverheiratet im Jahr 1951.

Es ist das große Verdienst der Ausstellung "Jubel & Elend - Leben mit dem Großen Krieg 1914-1918" auf der Schallaburg in Niederösterreich, dass sie sowohl die globale Dimension dieses Massensterbens als auch beispielhaft die Schicksale 15 einzelner Menschen aus verschiedenen Nationen darstellt. Der Älteste, der Autor Karl Kraus, ist bei Kriegsbeginn 40 Jahre alt, die Jüngste, die französische Schülerin Marcelle Lerouge, 13. Der später als "rasender Reporter" berühmt gewordene, in Prag geborene Egon Erwin Kisch gehört dazu, aber auch der amerikanische Kriegsberichterstatter John Reed, der - als Kommunist in den USA zum Hochverräter erklärt - nach Sowjetrussland flüchtete und dort 32-jährig 1919 an Typhus starb.

Zum Titel der Ausstellung trugen wohl die Tagebucheinträge des 18-jährigen deutschen Gymnasiasten Walter Huth bei. Am 5. August 1914, einen Tag nach seinem "Notabitur", brach er von Naumburg mit dem Zug in den Krieg auf und notierte: "Überall wurden wir mit großem Jubel empfangen. Kaffee und Brötchen wurden unter den Reservisten ausgeteilt, kurz die Stimmung der Bevölkerung war großartig." Am 31. Oktober 1914 klingt es schon ganz anders: "Wenn dieses Elend nur bald zu Ende wäre! Ein großes Menschenschlachthaus ist der Krieg, er ist unserer Zeit unwürdig." Huth ist am 22. August 1915 als 19-Jähriger an der Ostfront gefallen.

Die Schau zeigt zunächst eine uns vertraute Welt. Die Wirtschaft ist international bereits sehr verflochten, die Wissenschaft und moderne Kunstrichtungen spielen eine große Rolle. Besonders bedeutsam ist freilich das Militär, Uniformen sind überall präsent; man rechnet mit einem Krieg, der in kurzer Zeit und ohne große eigene Verluste entschieden sein wird.