Flotte Nazi-Komödien

In den folgenden Jahren stieg das Unternehmen hinter Hollywood zum zweitgrößten Filmunternehmen weltweit auf. Zahlreiche Schauspieler und Schauspielerinnen wurden unter dem Firmenzeichen des legendären UFA-Rhombus zu internationalen Stars: Marlene Dietrich, Peter Lorre, Zarah Leander und viele andere. Auch berühmte Regisseure wie Georg Wilhelm Pabst, Fritz Lang, Billy Wilder, Ernst Lubitsch oder Josef von Sternberg begannen ihre Weltkarrieren in den Jahren vor 1933 bei der UFA.

Auf den ersten Blick arbeitete die Traumfabrik UFA nach dem Machtantritt der Nazis im Jahr 1933 bruchlos weiter. Flotte Komödien sollten Normalität signalisieren. Aber der politische Einschnitt hinter den Kulissen war tiefgreifend. Jüdische Produzenten, Regisseure und Schauspieler wurden gekündigt. Unter ihnen war auch Erich Pommer, der nach Frankreich floh. Neben den vielen unverfänglichen Produktion wurden nun auch propagandistische Streifen gedreht. 1937 stieg die Regierung kommerziell in den Konzern ein, um ihn besser kon-trollieren zu können.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde die gesamte deutsche Filmindustrie unter staatliche Kuratel gestellt. Die UFA wurde 1941, zusammen mit den ehemaligen Konkurrenten Terra, Tobis und Bavaria, unter dem Namen UFI (Universum Film GmbH) zu einem quasistaatlichen Megakonzern vereint, der sich nun ganz in den Dienst der Propaganda stellte. Noch Ende Jänner 1945 wurde der monumentale Propagandastreifen "Kolberg" uraufgeführt. Wenige Monate später, Ende April 1945, marschierte die Sowjetarmee in Babelsberg ein. Die legendäre "UFA-Story", wie sie der Filmhistoriker Klaus Kreimeier in seiner klassischen Überblicksdarstellung nannte, war damit zu Ende.

Was folgte, gehört in die Rubrik "Ausschlachtung". In der DDR trat die DEFA das Erbe des Konzerns an, im Westen wechselten die UFA-Besitztümer, darunter zahlreiche Kinos, nach 1945 mehrmals den Eigentümer. 1966 wurden die rund 3000 Filme des Konzerns in die mit staatlichen Mitteln gegründete "Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung" mit Sitz in Wiesbaden eingebracht. Der letzte Abschnitt der UFA-Geschichte hatte begonnen - im Filmmuseum, wo die alten Streifen erneut zu leuchten beginnen.