Klimts Portrait der Adele Bloch-Bauer ("Goldene Adele"), 1907. (Ausschnitt) - © Wikimedia commons
Klimts Portrait der Adele Bloch-Bauer ("Goldene Adele"), 1907. (Ausschnitt) - © Wikimedia commons

In das an Jubiläen reiche Jahr 2018 fällt auch der 100. Todestag eines der bedeutendsten Vertreter des Jugendstils und Wegbereiters der Moderne: Gustav Klimt.

Der heute weltberühmte Maler wurde als zweites von sieben Kindern am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien (heute 14. Bezirk, Linzer Straße 247) in eine Handwerkerfamilie geboren. Sein Vater, Ernst Klimt der Ältere (1834-1892), war von Beruf Goldgraveur und stammte aus Böhmen; die Mutter Anna Rosalia, eine geborene Finster, sollte ihn um 23 Jahre überleben.

Schon im Alter von 14 Jahren wird Gustav Klimt ein Stipendium an die neugegründete Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für angewandte Kunst zuerkannt, wo er sieben Jahre lang die technischen Grundlagen des Kunstmalergewerbes erlernt.

Gustav Klimt, 1912. - © Ullsteinbild/Imagno/ÖNB
Gustav Klimt, 1912. - © Ullsteinbild/Imagno/ÖNB

Am berühmten Makart-Festzug zu Ehren der Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares im Jahre 1879 nimmt er gemeinsam mit seinem Bruder Ernst und seinem Maler-Kollegen Franz Matsch teil. Das Trio schließt sich zu einer Ateliergemeinschaft zusammen und bewirbt sich erfolgreich um Aufträge im Rahmen der Ringstraßen-Renaissance in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein schönes Beispiel dafür sind die Fresken im Treppenhaus des Burgtheaters, welche Szenen aus der Weltgeschichte des Theaters zeigen: Themen wie etwa "Thespiskarren" "Theater Shakespeares" oder "Theater in Taormina" und das vom Standpunkt der Klimt-Biographie aussagekräftigste Fresko "Hanswurst auf der Stegreifbühne zu Rothenburg an der Tauber" (alle 1886/88). Als Modelle für die Figuren des Publikums hat Klimt Mitglieder seiner engsten Familie und der befreundeten Familie Flöge genommen.

Muse Emilie Flöge

Klimts Portrait von Emilie Louise Flöge, 1902 (Ausschnitt). - © Wikimedia commons
Klimts Portrait von Emilie Louise Flöge, 1902 (Ausschnitt). - © Wikimedia commons

Hier taucht erstmals als Zuschauerin (Halbfigurenbild) die Gestalt der damals erst 16-jährigen Emilie Flöge (1874- 1952) auf, die später, bis zu seinem Tod 1918, Klimts Muse, ständige Begleiterin und wahrscheinliche Geliebte gewesen ist, obwohl Gustav und Emilie nie unter einem Dach gewohnt haben. Gustav hatte sein Atelier in Hietzing und wohnte zeitlebens bei seiner Mutter und den beiden Schwestern. Die Stellung von Emilie als ungekrönte "Künstlerwitwe" hat jedoch niemand in Zweifel gezogen; sie konnte auch über die Hälfte des Erbes verfügen (die andere Hälfte ging an Gustavs Schwestern).

Die Familien Klimt und Flöge waren bereits durch die Heirat von Gustavs Bruder Ernst (1864- 1892) und Emilies Schwester Helene verbunden. Gustav Klimt kannte also die um Jahre jüngere Emilie Flöge schon als Kind. Trotz seiner offenbar immer stärker werdenden Bindung an Emilie, die ihrerseits nicht nur erwidert wurde sondern bis zu ihrem Tod anhielt, bestehen beide Partner zeitlebens auf ihrer - auch beruflichen - Eigenständigkeit: Emilie als Modeschöpferin mit dem Modesalon "Schwestern Flöge", Gustav als stets freier Künstler ohne jedwede Lehrverpflichtung.